
Hoffnungsschimmer für Bayerns Bauwirtschaft
Bayerns Städte leiden unter Wohnraummangel, während die Bauunternehmen über fehlende Aufträge klagen. Doch im Januar gab es erstmals wieder einen Lichtblick: Das Statistische Landesamt meldet einen deutlichen Anstieg der Auftragseingänge im Wohnungsbau. Die bayerischen Bauunternehmen erhielten neue Aufträge im Gesamtwert von 353 Millionen Euro – ein Plus von über 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch das Bauhauptgewerbe insgesamt konnte profitieren: Hier stieg das Auftragsvolumen um 15 Prozent auf fast 1,6 Milliarden Euro.
Wohnungsbau bleibt unter Druck
Trotz des positiven Trends bleibt die Lage angespannt. Seit dem Ende der Nullzinsphase im Jahr 2022 steckt der Wohnungsbau bundesweit in der Krise. Die Zahl der Baugenehmigungen ist stark gesunken, weshalb Ökonomen für dieses und das kommende Jahr weitere Rückgänge bei Neubauten erwarten. Selbst mit dem jüngsten Anstieg der Aufträge bleibt der inflationsbereinigte Wert noch weit unter dem Niveau von 2021.
Umsätze steigen – mit Ausnahme des Wohnungsbaus
Die Baubranche insgesamt verzeichnete im Januar ein Umsatzwachstum von 13,6 Prozent und erreichte ein Gesamtvolumen von 1,05 Milliarden Euro. Alle Bausparten profitierten von diesem Anstieg – bis auf den Wohnungsbau. Hier sanken die Umsätze um 2,6 Prozent, was die weiterhin schwierige Lage in diesem Segment verdeutlicht.
Unsichere Aussichten für die Branche
Ob sich der Aufschwung verstetigt, bleibt abzuwarten. Experten warnen vor weiterhin hohen Bauzinsen und steigenden Materialkosten, die den Wohnungsbau belasten. Dennoch zeigt der Januar, dass die Branche nicht komplett stagniert – ein Hoffnungsschimmer in schwierigen Zeiten.