
Brückensicherheit in Baden-Württemberg
Der Teil-Einsturz einer Dresdner Brücke hat bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt – auch in Baden-Württemberg. Behörden reagieren mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen, um gefährdete Brücken zu entlasten und die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.
Gefährdete Brücken im Südwesten
Zahlreiche Spannbetonbrücken über Flüsse wie die Donau, den Neckar oder die Dreisam gelten als besonders risikobehaftet. Um eine Überlastung dieser Bauwerke zu verhindern, setzen die zuständigen Behörden auf neue Abstandsregeln für Schwerlastverkehr sowie zusätzliche Tempolimits, die teils auch für Pkw gelten.
Das Regierungspräsidium Freiburg kündigte an, in den kommenden Wochen entsprechende Verkehrsschilder aufzustellen. Sperrungen sind derzeit nicht geplant, jedoch werden Brücken intensiver überwacht.
Präventive Maßnahmen zur Brückenentlastung
Nach dem Teil-Einsturz der Carolabrücke in Dresden im September hatte Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) angekündigt, bis 2030 insgesamt 73 Spannbetonbrücken im Südwesten zu ersetzen. Die Landesregierung will verhindern, dass ein ähnliches Unglück in Baden-Württemberg passiert.
Als Ursache für den Dresdner Vorfall wurde Korrosion an Spannstahl ausgemacht, der bis in die 1970er Jahre verbaut wurde. Dieses Problem kann dazu führen, dass Brücken einstürzen, ohne dass vorher sichtbare Schäden auftreten.
Neue Verkehrsregelungen für Lastwagen und Pkw
Im Gebiet des Regierungspräsidiums Stuttgart gilt nun ein Mindestabstand von 50 Metern für Lkw auf gefährdeten Brücken. „Damit wird eine Kolonnenbildung von schweren Lkw verhindert und das Bauwerk entlastet“, erklärte eine Sprecherin.
Im Regierungsbezirk Freiburg gehen die Maßnahmen noch weiter: Hier soll pro Fahrbahn nur noch ein Schwerlastfahrzeug gleichzeitig die Brücke überqueren dürfen. Zusätzlich werden an einigen Stellen Tempolimits eingeführt, die für alle Verkehrsteilnehmer gelten.
Besonders betroffen ist die Donau-Brücke der Bundesstraße 27 bei Donaueschingen, eine von insgesamt 31 risikobehafteten Brücken in der Region. Hier sind Fahrbahnverengungen und Gewichtsbeschränkungen geplant, die für bestimmte Fahrzeuge Umleitungen nach sich ziehen.
„Auf den meisten verengten Brücken können Pkw weiterhin aneinander vorbeifahren, während sich Lkw nicht begegnen dürfen“, so eine Sprecherin des Freiburger Regierungspräsidiums. Sollte sich zeigen, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen, behalten sich die Behörden weitergehende Schritte vor. Experten überprüfen die Bauwerke nun in kürzeren Abständen.
Sicherheitsvorkehrungen auf Autobahnen
Die Autobahn GmbH Südwest ist für rund 1.400 Brücken in Baden-Württemberg sowie angrenzenden Teilen Hessens und Rheinland-Pfalz zuständig. Nach eigenen Angaben stehen 20 dieser Bauwerke besonders im Fokus, da sie möglicherweise von Spannungsrisskorrosion betroffen sind.
Diese Brücken sollen ersetzt werden, viele Planungen laufen bereits. Maßnahmen wie Tempolimits, Überholverbote und Abstandsregelungen werden nur in Einzelfällen angeordnet, wenn es als notwendig erachtet wird.