Gebäudeenergiegesetz: Weiterentwicklung notwendig

Gebäudeenergiegesetz: Weiterentwicklung notwendig

Gebäudeenergiegesetz: Weiterentwicklung notwendig

  • Politik
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Während der aktuelle Bundestagswahlkampf stark auf Migrationsthemen fokussiert ist, spielen Energie- und Klimapolitik nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch bleibt es eine zentrale Aufgabe der kommenden Bundesregierung, langfristige Leitlinien für eine sichere Energieversorgung, eine höhere Energieeffizienz und die Erreichung nationaler sowie internationaler Klimaziele zu setzen. Das Deutsche Energieberater-Netzwerk (DEN) e.V. hat gemeinsam mit dem Energie Effizienz Institut (EEI) eine Analyse zur Zukunft des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) erarbeitet.

Bedeutung des Gebäudeenergiegesetzes

 Das GEG ist ein komplexes Regelwerk, das europäische Vorgaben umsetzt und verschiedene Interessen vereint. Laut Winfried Schöffel, Leiter des EEI, stellt es die einzige rechtliche Grundlage für das Erreichen der Klimaziele bis 2045 dar. Ohne das GEG gäbe es keinen verbindlichen Weg zur Senkung der CO2-Emissionen im Gebäudesektor. Dennoch fühlen sich viele Hauseigentümer durch das sogenannte „Heizungsgesetz“ in ihrer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt.

Alternative Vorschläge greifen zu kurz

 Im Wahlkampf fordern einige Parteien die Abschaffung oder eine grundlegende Modifikation des GEG. Diese Vorschläge könnten jedoch hohe EU-Strafen nach sich ziehen und soziale Ungerechtigkeiten verschärfen. Auch ein reines Setzen auf CO2-Abgaben oder den Zertifikatehandel als Ersatz für das GEG wird kritisch betrachtet. Zwar existiert bereits eine CO2-Abgabe von 55 €/t CO2, die ab 2027 marktbasiert steigen soll. Doch allein auf diesen Mechanismus zu setzen, würde Hauseigentümer nur vermeintlich entlasten und könnte zu einer Verschiebung notwendiger Sanierungen führen.

Auswirkungen einer Abschaffung des GEG

 Ein vollständiger Verzicht auf das GEG hätte weitreichende Folgen. Ohne gesetzliche Vorgaben gäbe es weniger Anreize für energetische Sanierungen, was steigende Energiekosten und eine Wertminderung unsanierter Immobilien zur Folge hätte. Insbesondere Mieter wären betroffen, da sie höhere Energiekosten tragen müssten, ohne selbst Einfluss auf Sanierungsmaßnahmen nehmen zu können. Zudem würde eine Abschaffung der jüngsten GEG-Novelle die Planungssicherheit gefährden und Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen hemmen.

Notwendige Weiterentwicklung des GEG

 Statt das GEG abzuschaffen, sollte es gezielt weiterentwickelt werden. Laut EEI und DEN braucht es klare Rahmenbedingungen, um die energetische Optimierung von Gebäuden systematisch voranzutreiben. Dazu gehören eine nationale Gebäudedatenbank, ein verbindlicher Sanierungsfahrplan, eine netzdienliche Versorgungsstruktur mit Sektorkopplung sowie neue Geschäftsmodelle und gezielte Fördermaßnahmen. Eine sozialverträgliche Umsetzung sei entscheidend, damit sowohl Mieter als auch Vermieter gleichermaßen profitieren.

Über das EEI

 Das Energie Effizienz Institut mit Sitz in Weimar forscht praxisnah zu Nachhaltigkeit und Energiefragen. Es entwickelt Konzepte für die öffentliche Hand und private Auftraggeber, um Klimaschutz, Effizienzoptimierung und regenerative Energienutzung voranzutreiben.