
Erneuerbare Energien boomen – Chancen für die Bauwirtschaft
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten bleibt die Energiewende ein Jobmotor. Laut einer aktuellen Studie hat sich die Zahl der Stellenangebote in der Branche für erneuerbare Energien in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt. Besonders stark wachsen die Bereiche Solar- und Windenergie. Gleichzeitig steigt der Bedarf an baulichen Maßnahmen für Energieinfrastruktur und Netzausbau – eine Chance für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe.
Steigende Nachfrage nach Fachkräften
Die Zahl der Stellenangebote in der Erneuerbaren-Branche ist zwischen 2019 und 2024 von 173.000 auf 372.500 gestiegen, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) zeigt. Besonders gefragt sind Fachkräfte in den Bereichen Bauelektrik, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Dachdeckerarbeiten. Die Branche sieht weiteres Wachstumspotenzial und fordert von der Politik stabile Rahmenbedingungen sowie eine Entbürokratisierung der Genehmigungsverfahren.
Solar- und Windenergie treiben die Entwicklung voran
Vor allem der Ausbau der Solarenergie zeigt starke Dynamik: Die Zahl der Stellenangebote in diesem Bereich stieg von 41.500 im Jahr 2019 auf 102.000 im Jahr 2024. Auch die Windenergiebranche verzeichnete ein kräftiges Wachstum von 70 Prozent und erreichte knapp 53.000 Stellenausschreibungen. Die Studie zeigt, dass erneuerbare Energien eine zentrale Rolle für den Arbeitsmarkt spielen und langfristige Jobperspektiven schaffen.
Fachkräftemangel als Wachstumsbremse
Trotz des Booms könnte der Fachkräftemangel den Ausbau der Erneuerbaren Energien verlangsamen. Laut der Bundesagentur für Arbeit sind fünf der zehn wichtigsten Berufe für die Energiewende sogenannte Engpassberufe. Besonders betroffen sind Elektrotechnik, Rohrleitungsbau und regenerative Energietechnik. Viele Unternehmen setzen daher verstärkt auf Quereinsteiger. Doch eine nachhaltige Fachkräftesicherung ist nur durch gezielte Ausbildung, Weiterbildung und qualifizierte Zuwanderung möglich.
Neue Chancen für die Bauwirtschaft
Die dezentrale Struktur der Erneuerbaren Energien bietet auch der Bauwirtschaft neue Perspektiven. Der Ausbau der Energieinfrastruktur erfordert umfangreiche bauliche Maßnahmen, insbesondere für Netze und Speicherkapazitäten. "Ohne den Ausbau der Infrastruktur kommt die Energiewende nicht voran", betont Gunvald Herdin, Arbeitsmarktexperte der Bertelsmann Stiftung. Bauunternehmen und Handwerksbetriebe in ganz Deutschland können von diesen Entwicklungen profitieren und neue Auftragsfelder erschließen.