
Bundestagswahl 2025: BDB fordert klare Prioritäten
Der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure (BDB) fordert von der kommenden Bundesregierung eine entschlossene Bau- und Finanzpolitik. Im Zentrum stehen bezahlbarer Wohnungsbau, klimagerechtes Planen und Bauen, die Digitalisierung der Bauwirtschaft sowie die Verabschiedung der HOAI 2025.
Vier zentrale Forderungen des BDB
1. Soziale Wohnraumförderung ausbauen
Um den Bestand an Sozialwohnungen in Deutschland zu sichern, fordert der BDB eine staatliche Förderung von 15 Milliarden Euro pro Jahr für den Bau von 100.000 neuen Sozialwohnungen. Ohne diese Mittel sei der Wohnungsbau nicht realisierbar. BDB-Präsident Christoph Schild warnt: „Der gesellschaftspolitische Preis für mangelndes Engagement im Wohnungsbau ist höher als in fast allen anderen Politikfeldern.“ Zudem müsse der Bund stärker in den Neubau und die Sanierung investieren, statt sich auf Transferleistungen wie das Wohngeld zu beschränken.
2. Verlässliche Rahmenbedingungen für klimagerechtes Bauen
Der BDB fordert einen grundlegenden Wandel beim Planen und Bauen. Statt Neubau müsse der Fokus stärker auf Umbaumaßnahmen gelegt werden. Ressourcenschonende Baustoffe und ein transparenter Ausweis der Lebenszykluskosten sollen Standard werden. „Das Bundesverfassungsgericht hat dem Klimaschutz Verfassungsrang eingeräumt – der Gesetzgeber muss jetzt handeln“, betont BDB-Geschäftsführer Martin Wittjen.
3. Digitalisierung vorantreiben
Die Digitalisierung im Bauwesen muss beschleunigt werden. Der BDB fordert die Einführung digitaler Planungsmethoden wie Building Information Modeling (BIM) als Standard. Zudem sei es notwendig, anonymisierte Planungsdaten bereitzustellen, um Innovationen zu fördern und mittelständischen Unternehmen den Zugang zu KI-Anwendungen zu ermöglichen.
4. HOAI 2025 schnell verabschieden
Die Reform der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) ist nahezu abgeschlossen. Der BDB drängt auf eine rasche Umsetzung, um Planungs- und Investitionssicherheit zu gewährleisten. „Ohne auskömmliche Vergütung bleibt der Fortschritt beim Klimaschutz und der Digitalisierung aus“, erklärt BDB-Vizepräsidentin Friederike Proff.
Bezahlbarer Wohnraum als Schlüsselaufgabe
Der BDB betont, dass der bezahlbare Wohnungsbau eine zentrale Herausforderung der nächsten Legislaturperiode bleibt. Serielle Bauweisen und Bürokratieabbau allein seien jedoch nicht ausreichend. Gleichzeitig sei ein Umdenken im klimagerechten Planen und Bauen unerlässlich, um die deutschen Klimaziele zu erreichen.