Bezahlbares Wohnen: Verbände in Sachsen fordern Deregulierung

Bezahlbares Wohnen: Verbände in Sachsen fordern Deregulierung

Bezahlbares Wohnen: Verbände in Sachsen fordern Deregulierung

  • Politik
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Steigende Kosten für Wohnen, Strom und Wärme setzen Mieter und Wohnungsunternehmen in Sachsen zunehmend unter Druck. Vertreter der Wohnungs- und Energiewirtschaft fordern daher mehr Handlungsspielraum und eine Begrenzung übermäßiger Regulierung. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften (VSWG) und der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VDW) appellierten bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Dresden an die Politik, pragmatische Lösungen zu entwickeln.

Drohende wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen

Die Verbände warnen vor gravierenden wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen, falls die nächste Bundesregierung nicht entschlossen handelt. VKU-Landesgeschäftsführer Florian Gräßler betonte, dass milliardenschwere Investitionen erforderlich seien, um die Klimaziele zu erreichen. Er forderte praxisnahe Gesetze, die durch finanzielle Unterstützung flankiert werden: "Die ökologische Frage darf nicht zur sozialen Frage werden."

Sanierungsdruck und Finanzierungsbedarf

Seit den 1990er Jahren wurden in Sachsen bereits 34 Milliarden Euro in die sozial orientierte Wohnungswirtschaft investiert. Diese Bestände seien mittlerweile umfassend saniert, erklärte VSWG-Vorstand Mirjam Philipp. Um die von der Bundesregierung angestrebte Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen, seien jedoch noch einmal Investitionen in gleicher Höhe notwendig. Philipp betonte, dass dieses Ziel nicht aus den Augen verloren werden dürfe, es jedoch mehr Zeit und finanzielle Mittel benötige.

Appell für realistische Maßnahmen

Die Verbände fordern eine Energie- und Klimapolitik, die sich an der Praxis orientiert und den Wohnungsmarkt nicht überfordert. Nur durch eine bessere finanzielle Ausstattung und flexiblere Rahmenbedingungen könne sichergestellt werden, dass bezahlbarer Wohnraum erhalten bleibt und zugleich Klimaziele erreicht werden.