
81 Prozent der Bauunternehmen bewerten ihre Lage als gut
Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen und politischer Unsicherheiten zeigt sich die Bauwirtschaft widerstandsfähig. Das "StimmungsBAUrometer 2024" der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e.V. (BVMB) verdeutlicht, dass 81 Prozent der befragten Bauunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder eher gut einstufen. Die jährliche Umfrage wird von der BVMB gemeinsam mit dem Berater-Team Bau e.V. und der BauPlus GmbH durchgeführt.
Die Erwartungen für 2025 bleiben jedoch vorsichtig: Während 54 Prozent von einer stabilen Geschäftslage ausgehen, rechnen 29 Prozent mit einer Verschlechterung. 17 Prozent erwarten eine Verbesserung. Die Stimmung im eigenen Betrieb bewerten 78 Prozent als positiv. Größte Herausforderungen für die Branche sind der Fachkräftemangel sowie unsichere politische Rahmenbedingungen, die als größtes Risiko wahrgenommen werden.
Die Unternehmensberatung BauPlus GmbH befragte in Zusammenarbeit mit der BVMB und dem Berater-Team Bau e.V. anonym Bauunternehmen unterschiedlicher Größen und Wirtschaftszweige zur aktuellen Stimmungslage. 22 Prozent bewerten ihre Situation als gut, 56 Prozent als eher gut. Lediglich 20 Prozent sehen ihre Lage als eher schlecht, während nur zwei Prozent eine schlechte Geschäftslage melden.
Hinsichtlich der Geschäftserwartungen für 2025 zeigt sich jedoch Zurückhaltung: Über die Hälfte der Unternehmen (54 Prozent) erwartet keine Veränderung. 29 Prozent rechnen mit einer weiteren Verschlechterung, während nur 17 Prozent auf eine Verbesserung hoffen.
Politische Unsicherheiten und Fachkräftemangel als größte Risiken
Als größtes Risiko sehen drei Viertel der befragten Unternehmen die politischen Rahmenbedingungen. "Wir haben immer wieder auf die Problematik hingewiesen, aber die scheidende Bundesregierung hat es versäumt, die dringend benötigte Verlässlichkeit für die Bauwirtschaft zu schaffen", kritisiert Michael Gilka, Hauptgeschäftsführer der BVMB.
An zweiter Stelle steht der Fachkräftemangel: 61 Prozent der Bauunternehmen betrachten ihn als bedeutendes Risiko. Gilka fordert, dass die neue Bundesregierung bessere Bedingungen für eine schnellere Integration ausländischer Fachkräfte schafft. Weitere Herausforderungen sind steigende Energiepreise, Versorgungssicherheit und regulatorische Anforderungen wie ESG-Vorgaben.
Digitalisierung als Chance trotz rückläufiger Zustimmung
Mehr als die Hälfte der Unternehmen sieht in der Digitalisierung eine Chance, auch wenn dieser Wert im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent gesunken ist. Den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bewerten 43 Prozent der Befragten als potenziellen Vorteil.
Für 2025 planen viele Unternehmen, sich verstärkt mit Controlling, interner Strategie und Organisation zu befassen. Besonders betont wird zudem der Faktor Humankapital: Mitarbeitende gelten als entscheidender Erfolgsfaktor.
Insgesamt zeigt das StimmungsBAUrometer, dass der mittelständische Bau weiterhin Widerstandsfähigkeit beweist und aktiv an Lösungen arbeitet, um künftige Herausforderungen zu meistern.