Mehr Recyclingbaustoffe bei Bundesbauten

Mehr Recyclingbaustoffe bei Bundesbauten Bild: stock.adobe.com

Mehr Recyclingbaustoffe bei Bundesbauten

  • Nachhaltigkeit
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Umweltminister Carsten Schneider will recycelte Baustoffe bei Bauvorhaben des Bundes bevorzugen. Die geplante Bevorzugungspflicht für Sekundärrohstoffe ist innerhalb der Bundesregierung allerdings noch nicht abgestimmt. Nach Schneiders Vorstellungen soll die Regelung auch für die Deutsche Bahn und die Autobahngesellschaft gelten, die in den kommenden Jahren milliardenschwere Investitionen umsetzen.

Gutachten rückt zirkuläres Bauen in den Fokus

Gemeinsam mit Bauministerin Verena Hubertz nahm Schneider ein Gutachten des Sachverständigenrats für Umweltfragen zum zirkulären Bauen entgegen. Im Mittelpunkt steht der Ansatz, bestehende Gebäude möglichst zu erhalten, statt sie abzureißen. Wo Abriss oder Umbau unvermeidbar sind, sollen Baustoffe und Bauteile wie Fenster oder Türen wiederverwendet werden. Ziel ist, Materialkreisläufe im Bauwesen stärker zu schließen.

Bauwirtschaft belastet Ressourcen und Klima

Das Gutachten verweist auf die große Bedeutung des Bauwesens für Rohstoffverbrauch, Abfallaufkommen und Emissionen. Mehr als ein Drittel des deutschen Rohstoffbedarfs entfällt demnach auf den Hoch- und Tiefbau. Bau und Gebäude verursachen zudem mehr als die Hälfte des jährlichen Abfallaufkommens und einen erheblichen Teil des Flächenverbrauchs. Die Produktion von Baustoffen trägt laut Sachverständigenrat acht Prozent zu den deutschen Treibhausgasemissionen bei.

Recht, Preis und Schadstofffragen bremsen den Einsatz

Als zentrale Hemmnisse für zirkuläres Bauen nennt das Gutachten rechtliche Unsicherheiten bei der Nutzung recycelter Baustoffe, Bedenken wegen möglicher Schadstoffbelastungen und wirtschaftliche Nachteile gegenüber neu hergestellten Materialien. Der Sachverständigenrat schlägt vor, Umwelt- und Klimalasten neuer Baustoffe stärker einzupreisen, etwa über eine eigene Steuer oder den CO2-Preis. Schneider lehnt zusätzliche Steuererhöhungen jedoch ab und setzt stattdessen auf die Marktwirkung der öffentlichen Nachfrage durch Bauvorhaben des Bundes.