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Fertigbau erschließt neue Märkte im seriellen Bauen
Die Bauwirtschaft steht weiter unter Druck durch fehlenden Wohnraum, steigende Kosten, Fachkräftemangel und ambitionierte Klimaziele. Zugleich wächst der politische Anspruch, schneller und effizienter zu bauen. Vor diesem Hintergrund gewinnen industrielle Bauprozesse und serielle Bauweisen an Bedeutung. Besonders die Holz-Fertigbauweise wird als Ansatz betrachtet, um Bauzeiten zu verkürzen und Ressourcen effizienter einzusetzen.
Fertighausbranche erweitert ihr Kerngeschäft
Ein- und Zweifamilienhäuser bleiben das Kerngeschäft der Fertighausbranche. Zugleich erschließen viele Unternehmen neue Geschäftsfelder, die über klassische Eigenheime hinausgehen. Dazu zählen mehrgeschossiger Wohnungsbau, Aufstockungen, Quartiersentwicklungen und serielle Sanierungen. Die steigende Nachfrage nach nachhaltigen und seriellen Baukonzepten kann Bauunternehmen und Handwerksbetrieben zusätzliche Chancen im Wohnungsbau eröffnen.
Mehrgeschossiger Wohnungsbau gewinnt an Bedeutung
Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau sind mehr als 80 Prozent der befragten Unternehmen inzwischen im mehrgeschossigen Wohnungsbau aktiv. Rund 86 Prozent arbeiten im Geschoss- und Reihenwohnungsbau. 82 Prozent errichten Mehrfamilienhäuser der Gebäudeklassen 3 und 4. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt der Branche schrittweise in Richtung größerer und stärker standardisierter Bauaufgaben.
Bestand bietet zusätzliche Potenziale
Auch im Gebäudebestand sieht die Branche wachsende Möglichkeiten. Aufstockungen und serielle Sanierungen gewinnen an Bedeutung, weil energetische Anforderungen steigen und zugleich zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden muss. BDF-Präsident Mathias Schäfer sieht im Fertigbau Lösungen für bezahlbaren Wohnraum und für die notwendige CO₂-Neutralität von Gebäuden.
Serielle Konzepte verändern den Markt
Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe kann sich dadurch ein verändertes Marktumfeld entwickeln. Während klassische Neubauprojekte vielerorts wirtschaftlich unter Druck stehen, können standardisierte Baukonzepte und industrielle Vorfertigung zusätzliche Aufträge ermöglichen. Geschwindigkeit, planbare Prozesse und kalkulierbare Kosten rücken dabei stärker in den Mittelpunkt.
Verband schärft strategische Ausrichtung
Der Bundesverband Deutscher Fertigbau richtet seine Strategie entsprechend aus. Neben neuen Messeauftritten und einer stärkeren Positionierung im politischen Umfeld soll der Fokus auf serielles Bauen und Holzbau geschärft werden. Nach Darstellung von Mathias Schäfer steht der Verband im politischen Diskurs für Wohneigentum, serielles Bauen in Neubau und Bestand sowie den Baustoff Holz. Nachhaltigkeit und Resilienz gelten dabei als zentrale Anforderungen an zukunftssichere Gebäude.
Serielles Bauen wird fester Bestandteil
Angesichts von Wohnraummangel und der Debatte über klimafreundliches Bauen entwickelt sich serielles Bauen zunehmend von einer Nischenlösung zu einem festen Bestandteil der Bauwirtschaft. Für die Fertighausbranche entstehen daraus neue Märkte, die über den klassischen Eigenheimbau hinausreichen.
Quelle: www.meistertipp.de