Unternehmen nutzen KI für Nachhaltigkeit und Compliance bislang selten

Unternehmen nutzen KI für Nachhaltigkeit und Compliance bislang selten Bild: stock.adobe.com

Unternehmen nutzen KI für Nachhaltigkeit und Compliance bislang selten

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Künstliche Intelligenz gilt in Unternehmen als wichtiger Hebel, um steigende Anforderungen in Nachhaltigkeit, Governance, Risk und Compliance zu bewältigen. In der Praxis bleibt der Einsatz jedoch begrenzt. Nach einer Studie der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bewerten 82 Prozent der befragten Unternehmen KI im ESG-Kontext als hoch oder sehr hoch relevant. Im GRC-Bereich sind es 66 Prozent. Aktiv eingesetzt wird KI bislang aber nur von jedem vierten Unternehmen im ESG-Umfeld und von etwa jedem achten Unternehmen im GRC-Kontext.

Studie mit internationaler Befragung

Grundlage ist die Studie KI in Nachhaltigkeit und Governance: Risiken steuern, Compliance sichern. Sie basiert auf einer internationalen Befragung von 157 Unternehmen. KPMG sieht darin eine deutliche Lücke zwischen strategischer Bedeutung und operativer Umsetzung. Unternehmen müssten KI stärker in Daten-, Governance- und Reportingstrukturen integrieren, um regulatorisch komplexe Anforderungen nicht weiter überwiegend manuell zu bearbeiten.

Einsatz vor allem in strukturierten Prozessen

Der bisherige KI-Einsatz konzentriert sich auf klar strukturierte und datenintensive Aufgaben. Mehr als die Hälfte der Unternehmen nutzt KI im Reporting, Datenmanagement sowie in Compliance- und Prüfprozessen. Der größte Nutzen wird in Effizienzsteigerungen gesehen: 86 Prozent der Unternehmen nennen diesen Aspekt. 69 Prozent bewerten die Unterstützung bei regulatorischen Anforderungen als wichtigen Mehrwert.

Wenig Bedeutung für neue Geschäftsmodelle

Als Treiber für Innovationen oder neue Geschäftsmodelle spielt KI bislang eine untergeordnete Rolle. Nur 23 Prozent der Unternehmen im ESG-Kontext und 13 Prozent im GRC-Bereich sehen hier relevantes Potenzial. Der Einsatz bleibt damit vor allem auf die Optimierung bestehender Prozesse ausgerichtet.

Datenqualität als größte Hürde

Die zentralen Hemmnisse liegen nach der Studie weniger in der Technologie selbst als in den organisatorischen und datenbezogenen Voraussetzungen. 71 Prozent der Unternehmen nennen unzureichende Datenqualität als wichtigste Hürde. 54 Prozent verweisen auf hohe Anforderungen an Sicherheit und Compliance, 49 Prozent auf fehlendes internes Know-how. Fragmentierte Systeme und organisatorische Barrieren erschweren es, KI über einzelne Anwendungsfälle hinaus zu skalieren.

Integration in Prozesse erforderlich

Damit KI breiter eingesetzt werden kann, müssen Unternehmen konsistente ESG- und GRC-Daten verfügbar machen und die Technologie stärker in bestehende Prozesse integrieren. KPMG verweist darauf, dass KI Daten strukturiert erfassen, validieren und fehlende Informationen auf Basis von Historie und Benchmarks ergänzen kann. Entscheidend sei, diese Potenziale verlässlich und unternehmensweit nutzbar zu machen.