Berliner S-Bahn-Projekt S21 bringt lange Sperrung

Berliner S-Bahn-Projekt S21 bringt lange Sperrung Bild: stock.adobe.com

Berliner S-Bahn-Projekt S21 bringt lange Sperrung

  • Straßenbau
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Wegen des S-Bahn-Projekts S21 im Berliner Regierungsviertel müssen sich Fahrgäste in einigen Jahren auf eine rund zweieinhalbjährige Unterbrechung der bestehenden Nord-Süd-Verbindung einstellen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag hervor. Betroffen ist der Abschnitt zwischen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz.

Projekt soll S-Bahnnetz entlasten

Die S21 soll künftig vom Nordring über den Hauptbahnhof, den Potsdamer Platz und die Yorckstraße bis zum Südkreuz führen. Ziel ist eine Entlastung des Berliner S-Bahnnetzes. Der erste Bauabschnitt vom Bahnhof Gesundbrunnen bis zum Hauptbahnhof ist vor wenigen Wochen nach jahrelanger Verzögerung in Betrieb gegangen. Die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt zwischen Hauptbahnhof und Potsdamer Platz sollen in den kommenden Jahren beginnen und bis 2036 abgeschlossen sein.

Trasse durch das Regierungsviertel

Der zweite Bauabschnitt gilt als besonders kompliziert, weil die Strecke durch das Regierungsviertel führt. Betroffen sind auch sensible Orte wie das Holocaustmahnmal und das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma im Tiergarten. Der Berliner Senat hatte Ende 2023 die Variante 12H beschlossen. Sie sieht eine unterirdische Trassenführung durch den Tiergarten vor. Ein Gleis soll westlich, das andere östlich am Reichstagsgebäude vorbeiführen.

Bestehender Tunnel muss angepasst werden

Südlich des Brandenburger Tors soll die neue Trasse in einen bestehenden Tunnelabschnitt münden. Der sogenannte Heuboden ist rund 400 Meter lang, stammt aus den späten 1930er Jahren und wird derzeit als Abstellanlage genutzt. Nach Angaben der Bundesregierung muss er teilweise neu gebaut werden, damit die neue Linie ihn durchfahren kann. Dies gilt als ein Grund für die lange Sperrung auf der bestehenden Nord-Süd-Verbindung.

Zeitraum noch offen

Wann genau die Sperrung beginnt, ist noch nicht festgelegt. Für den Bauabschnitt läuft weiterhin das Planfeststellungsverfahren. Nach Einschätzung der Grünen ist zudem unklar, ob Züge in dieser Zeit zwischen Nordbahnhof und Brandenburger Tor verkehren können, da am Brandenburger Tor die dafür notwendigen Weichen fehlen. Die Fraktion fordert, die Auswirkungen auf Fahrgäste möglichst gering zu halten.