Bundesregierung will Recyclingbaustoffe stärker nutzen

Bundesregierung will Recyclingbaustoffe stärker nutzen Bild: stock.adobe.com

Bundesregierung will Recyclingbaustoffe stärker nutzen

  • Nachhaltigkeit
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Die Bundesregierung setzt beim Senken der Baukosten stärker auf Recyclingbaustoffe. Der 13-Punkte-Aktionsplan des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen sieht vor, Hemmnisse bei der Zulassung neuer Baustoffe abzubauen und die rechtlichen Rahmenbedingungen für Wiederverwendung und Recycling weiterzuentwickeln. Ziel ist es, mineralische Baustoffe häufiger wiederzuverwenden und den Verbrauch knapper Primärrohstoffe zu reduzieren.

Gebäude als Rohstofflager

Bundesbauministerin Verena Hubertz verweist darauf, dass Gebäude wertvolle Rohstofflager seien. Was heute verbaut werde, solle später nicht automatisch zu Abfall werden. Damit rückt die Kreislaufwirtschaft stärker in den Fokus des Hochbaus. Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung begrüßt diesen Ansatz und sieht darin eine Chance, Baukosten zu reduzieren und die Bauwirtschaft unabhängiger von internationalen Lieferketten zu machen.

Wirtschaftliche Vorteile möglich

Nach Einschätzung des bvse können Recyclingbaustoffe in vielen Fällen günstiger sein als Primärmaterialien. Einen allgemeinen Einsparwert nennt der Verband nicht, da jedes Bauprojekt individuell kalkuliert wird. Als Vorteile gelten die wachsende Zahl stationärer und mobiler Recyclinganlagen sowie die Möglichkeit, mineralische Baustoffe direkt auf der Baustelle aufzubereiten. Dadurch können Transportwege verkürzt oder vermieden werden. Steigende Kosten für Deponierung und Verfüllung erhöhen zusätzlich die Attraktivität von Recyclingmaterial.

Verband sieht Rechtsrahmen gegeben

Der bvse widerspricht der Einschätzung, der sogenannte Abfallstatus erschwere den Einsatz von Recyclingbaustoffen grundsätzlich. Nach Auffassung des Verbandes schaffen die Ersatzbaustoffverordnung, technische Regelwerke und DIN-Normen bereits heute einen ausreichenden rechtlichen Rahmen. Auch die Voraussetzungen für das Abfallende seien im Kreislaufwirtschaftsgesetz geregelt. Entscheidend sei die Einhaltung der vorgeschriebenen Qualitäts- und Nachweispflichten.

Qualitätssicherung als Voraussetzung

Für mineralische Recyclingbaustoffe verweist der bvse auf das QUBA-Siegel. Es bestätigt unter anderem bautechnische Anforderungen, Umweltstandards und Qualitätssicherung. Aus Sicht des Verbandes liegen die zentralen Hürden weniger im Recht als in Vorbehalten der Baupraxis. Der breitere Einsatz von Recyclingbaustoffen hängt damit vor allem davon ab, ob vorhandene Möglichkeiten konsequenter genutzt werden.

Quelle: www.meistertipp.de
  • Cordula Kiefer