Wärmewende im Gebäudesektor gewinnt an Dynamik

Wärmewende im Gebäudesektor gewinnt an Dynamik Bild: stock.adobe.com

Wärmewende im Gebäudesektor gewinnt an Dynamik

  • Nachhaltigkeit
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Die Wärmewende im Gebäudesektor nimmt messbar Fahrt auf. Nach aktuellen Marktzahlen der Deutschen Energie-Agentur wurden 2025 erstmals mehr Wärmepumpen als Gasheizungen verkauft. Rund 48 Prozent aller neu installierten Heizungen entfielen auf Wärmepumpen, Gasheizungen kamen auf 44 Prozent. Insgesamt wurden etwa 299.000 Wärmepumpen verkauft. Gleichzeitig stieg die Zahl geförderter Maßnahmen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude deutlich.

Hohe Zustimmung bei Eigentümern

Der Trendreport Wärmewende 2026 der Beratungsplattform co2online zeigt eine hohe grundsätzliche Akzeptanz für erneuerbare Energien und moderne Heiztechnik. 93 Prozent der befragten Hauseigentümer halten den Ausbau erneuerbarer Energien für wichtig, 86 Prozent befürworten den Austausch alter Heizsysteme. Fast die Hälfte der Befragten hat in den vergangenen zwölf Monaten bereits saniert, weitere Eigentümer planen Investitionen. Besonders gefragt bleiben Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen.

Unsicherheit bremst Sanierungen

Trotz Investitionsbereitschaft werden viele Sanierungsprojekte verschoben. Als Hauptgründe nennt co2online Unsicherheit über politische Vorgaben, wechselnde Förderbedingungen und fehlende Planungssicherheit. 62 Prozent der Befragten fühlen sich durch veränderte politische Rahmenbedingungen verunsichert. Nach Einschätzung von Nadine Walikewitz, Research-Leiterin bei co2online, führen wechselhaft wahrgenommene Regeln dazu, dass geplante Maßnahmen aufgeschoben werden.

Handwerk bleibt zentrale Vertrauensinstanz

Das Vertrauen in staatliche Stellen bleibt bei der Beratung zur Wärmewende gering. Nur knapp ein Viertel der Befragten vertraut der Bundesregierung in diesem Bereich. Deutlich höhere Vertrauenswerte erreichen Energieberater, wissenschaftliche Institute und Handwerksbetriebe. Bei der Umsetzung von Sanierungen vertrauen 85 Prozent der Eigentümer den Fachbetrieben. Gleichzeitig sieht co2online weiteren Unterstützungsbedarf bei der Beratungsqualität im Handwerk.

Serielle Sanierung gewinnt an Bedeutung

Neben dem Wärmepumpenmarkt entwickelt sich die serielle Sanierung zu einem wachsenden Geschäftsfeld. Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur wurden 2025 erneut mehr als 1.000 Förderanträge für Sanierungsprojekte mit vorgefertigten Fassadenelementen bewilligt. Besonders bei Mehrfamilienhäusern gewinnt diese Bauweise an Bedeutung. Nach Schätzungen der dena eignen sich rund 30 Prozent aller Bestandsgebäude für serielle Sanierungen.

Stabile Rahmenbedingungen gefordert

Corinna Enders, Vorsitzende der dena-Geschäftsführung, sieht im wachsenden Wärmepumpenmarkt und im seriellen Sanieren wichtige Effizienzmärkte für die Bauwirtschaft. Zugleich verweist sie auf die Bedeutung verlässlicher regulatorischer Vorgaben und stabiler Förderbedingungen. Nur mit ausreichender Investitionssicherheit könnten sich Wärmepumpen, Sanierungsmaßnahmen und kommunale Wärmeplanung weiter entwickeln.

Quelle: www.meistertipp.de
  • Cordula Kiefer