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Handwerk profitiert von sinkender DIY-Bereitschaft
Die Heimwerkerkonjunktur in Europa hat deutlich nachgelassen. Immer weniger Haushalte übernehmen Renovierungsarbeiten in Eigenleistung und vergeben Vorhaben stattdessen an Fachbetriebe. Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe verschiebt sich damit der Markt: Die Zahl der Projekte nimmt ab, zugleich wächst das Volumen einzelner Aufträge. Nach einer Verbraucherstudie von BauInfoConsult haben die Haushalte ihre Aktivitäten in den eigenen vier Wänden zum Jahresende spürbar reduziert. Das Do-it-for-me-Segment, also die Beauftragung professioneller Betriebe, entwickelt sich jedoch stabiler als die klassische Do-it-yourself-Nachfrage.
Weniger Projekte, höhere Budgets
Nur noch 34 Prozent der europäischen Haushalte führen Renovierungsmaßnahmen durch. Das ist laut Studie der niedrigste Wert seit 2018. Gleichzeitig steigen die Ausgaben pro Vorhaben. Im vierten Quartal 2025 lagen die Budgets für Renovierungsarbeiten der Haushalte fünf Prozent über dem Niveau der letzten drei Monate des Jahres 2024. Für das Bau- und Ausbaugewerbe bedeutet das einen schmaleren Markt, aber anspruchsvollere und wirtschaftlich stärkere Projekte.
Bessere Aussichten für Fachbetriebe
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten nimmt die Bereitschaft zu, Handwerkerleistungen zu beauftragen. Der Auftragssaldo hat sich verbessert, zugleich steigen die Ausgaben pro Handwerkerprojekt deutlich. Damit wächst die Bedeutung qualifizierter Fachbetriebe, vor allem bei beratungsintensiven und technisch anspruchsvolleren Leistungen. Für Unternehmen im Bau- und Ausbaugewerbe eröffnet sich die Chance, sich gezielt über Qualität und Fachkompetenz zu positionieren.
Sanierung und Spezialisierung rücken in den Vordergrund
Wachstum entsteht in diesem Marktumfeld weniger über Masse als über Spezialisierung. Gefragt sind Leistungen in den Bereichen Sanierung, Energieeffizienz und Komplettlösungen. Zugleich gewinnen Vertrauen, transparente Angebote und nachvollziehbare Kalkulationen an Bedeutung, weil viele Haushalte Investitionen weiterhin zurückhaltend bewerten. Der Rückgang klassischer DIY-Aktivitäten verändert damit die Marktstruktur und stärkt die Rolle professioneller Anbieter.
Quelle: www.meistertipp.de