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E-Rechnung belastet Bauhandwerk in der Umsetzung
Seit Anfang 2025 ist der Empfang von E-Rechnungen im B2B-Bereich verpflichtend. Für kleine und mittelständische Bauunternehmen sowie Handwerksbetriebe verändert das kaufmännische Abläufe erheblich. Rechnungen müssen nicht nur erstellt und geprüft, sondern häufig auch in bestehende Softwarelandschaften integriert und in unterschiedlichen Datenformaten verarbeitet werden.
Digitalisierung bleibt hinter Erwartungen zurück
Die E-Rechnung sollte Verwaltungsprozesse vereinfachen, Abläufe automatisieren und Betriebe entlasten. Eine aktuelle Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks zeigt jedoch, dass viele Unternehmen die Einführung bislang als zusätzliche Belastung wahrnehmen. Hohe Kosten, technische Hürden und parallele Arbeitsprozesse verhindern vielerorts den erwarteten Digitalisierungsschub.
Parallele Prozesse verursachen Mehraufwand
Nach Angaben der ZDH-Umfrage erhielten die befragten Betriebe im vergangenen Jahr durchschnittlich rund 1.200 Eingangsrechnungen. Nur etwa die Hälfte davon lag als E-Rechnung vor. Gleichzeitig erstellt bislang nur gut ein Drittel der Unternehmen selbst elektronische Rechnungen. Dadurch laufen digitale und klassische Rechnungsprozesse parallel, was zusätzlichen Aufwand verursacht.
Betriebe sehen höhere Komplexität
Rund die Hälfte der befragten Unternehmen bewertet sowohl den Empfang als auch die Weiterverarbeitung von E-Rechnungen als aufwendiger als den Umgang mit bisherigen PDF-Rechnungen. Hinzu kommen Investitionen in Software, IT-Anpassungen und externe Unterstützung. Die einmaligen Einführungskosten liegen laut Umfrage durchschnittlich bei knapp 3.000 Euro.
Technische Probleme erschweren die Nutzung
Zu den häufigsten Schwierigkeiten zählen nicht valide Rechnungen, Probleme beim Auslesen von Daten sowie Abweichungen zwischen Datensätzen und lesbaren PDF-Darstellungen. ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke sieht die E-Rechnung deshalb in vielen Betrieben noch nicht dort angekommen, wo sie politisch bereits verortet werde. Besonders kleine und mittlere Betriebe stießen wegen technischer Hürden an Grenzen, auf die sie selbst keinen Einfluss hätten.
Handwerk fordert klare Standards
Aus Sicht des Handwerks sind Nachbesserungen erforderlich. Gefordert werden einheitliche Vorgaben für die Nutzung der E-Rechnungsfelder, ein allgemeingültiges staatliches Validierungstool und gezielte Unterstützung für Betriebe. Ohne solche Maßnahmen könne die E-Rechnung ihr Potenzial für effizientere und automatisierte Prozesse kurzfristig nicht entfalten.
Rechnungsprozesse bleiben zentral für die Bauwirtschaft
Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe sind Rechnungsprozesse ein wesentlicher Teil der Verwaltung. Wenn digitale Vorgaben zusätzliche Komplexität erzeugen, statt Abläufe zu beschleunigen, drohen Zeitverluste und steigende Kosten. Das trifft die Betriebe in einer Phase, in der Effizienz und Produktivität besonders wichtig sind.
Quelle: www.meistertipp.de