Dachdeckerbranche warnt vor steigenden Baustoffpreisen

Dachdeckerbranche warnt vor steigenden Baustoffpreisen Bild: stock.adobe.com

Dachdeckerbranche warnt vor steigenden Baustoffpreisen

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Die Initiative Bezahlbares Bauen und der Roofer’s Club haben Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche in einem offenen Brief zum Handeln aufgefordert. Hintergrund sind starke Preissteigerungen bei Baustoffen seit März 2026, die nach Angaben der Verbände durch geopolitische Eskalationen im Nahen Osten ausgelöst wurden. Die Entwicklung treffe das deutsche Dachdeckerhandwerk in einer wirtschaftlich angespannten Lage.

Preise steigen innerhalb weniger Wochen

Nach Angaben der Verbände sind die Preise für Bitumenprodukte, Dämmstoffe, Flachdachsysteme und weitere rohölabhängige Baustoffe innerhalb weniger Wochen um bis zu 40 Prozent gestiegen. Zugleich berichten Betriebe von kurzfristigen Lieferstopps und verkürzten Preisbindungsfristen. Da nach Marktangaben vielerorts ausreichende Lagerbestände vorhanden seien, stellen die Verbände Fragen zur Markttransparenz und Preisbildung.

Handwerk trägt Kostenrisiken

Während Industrie und Großhandel kurzfristig auf veränderte Rohstoffmärkte reagieren können, arbeiten Dachdeckerbetriebe häufig mit langfristigen Auftragsvorläufen und festen Bauverträgen. Viele Unternehmen finanzieren die Mehrkosten derzeit aus eigener Substanz, weil die Preissteigerungen gegenüber privaten Bauherren und Wohnungsbaugesellschaften kaum durchsetzbar sind. Aus Sicht der Verbände gefährdet dies die wirtschaftliche Planungssicherheit des Mittelstands.

Forderungen an die Politik

Die Initiative Bezahlbares Bauen und der Roofer’s Club fordern unter anderem die sofortige Wiedereinführung von Preisgleitklauseln bei öffentlichen Bauaufträgen, steuerliche Sonderabschreibungen und Förderanreize für private Bauherren und Sanierungsmaßnahmen sowie eine kritische Überprüfung auffälliger Marktpreisbewegungen und Lieferbeschränkungen. Zudem verlangen sie einen kurzfristigen Branchendialog zwischen Politik, Industrie, Handel und Handwerk.

Gefahr für Sanierung und Wohnungsbau

Weitere Forderungen betreffen Maßnahmen zur Sicherung von Materialverfügbarkeit und Marktstabilität sowie eine stärkere wirtschaftspolitische Unterstützung des mittelständischen Bau- und Ausbauhandwerks. Die Verbände warnen davor, die aktuelle Entwicklung nur als vorübergehende Marktbewegung zu behandeln. Sie sehen eine ernsthafte Gefahr für das Dachdeckerhandwerk, Sanierungsmaßnahmen und bezahlbares Wohnen.