Selbstheilender Beton soll Bauwerke langlebiger machen

Selbstheilender Beton soll Bauwerke langlebiger machen Bild: stock.adobe.com

Selbstheilender Beton soll Bauwerke langlebiger machen

  • Nachhaltigkeit
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Selbstheilender Beton könnte die Dauerhaftigkeit von Bauwerken verbessern und Sanierungskosten senken. Grundlage ist eine Technologie des aus dem Massachusetts Institute of Technology hervorgegangenen Startups Dmat. Sie orientiert sich an Forschungen zum antiken römischen Beton, der an vielen Bauwerken über Jahrtausende erhalten blieb.

Risse schließen sich selbst

Untersuchungen zum römischen Beton zeigten, dass im Material vorhandene Calciumverbindungen bei Rissen gelöst werden und anschließend neu kristallisieren können. Dadurch lassen sich kleinere Öffnungen im Beton wieder verschließen. Auf dieser Grundlage wurden neue Rezepturen mit gezielt eingesetzten kalkreichen Bestandteilen entwickelt.

Längere Lebensdauer erwartet

Nach Angaben des MIT soll die Technologie die Lebensdauer von Betonbauwerken um 50 Prozent erhöhen. Gleichzeitig könnten die CO2-Emissionen im Vergleich zu herkömmlichem Beton deutlich sinken. Damit ist der Ansatz besonders für langlebige Infrastrukturprojekte interessant, bei denen Instandhaltung und Sanierung hohe Kosten verursachen.

Einsatz in bestehenden Prozessen

Für die Baupraxis ist entscheidend, dass der Zusatz in bestehende Abläufe integriert werden kann. Die Stoffe können Beton und Mörtel bei der Herstellung beigemischt werden. Dmat bietet zudem projektspezifische Rezepturen sowie vorgemischte Mörtel für die Betoninstandsetzung an.

Erste Anwendungen in Europa

Nach Unternehmensangaben wurde die Technologie bereits bei unterirdischen Wasserbehältern, Straßenbarrieren und Verkehrsflächen in Italien und der Schweiz eingesetzt. Auf der Schweizer Autobahn N13 kam außerdem ein Reparaturmörtel zum Einsatz, der bei kleinen Rissen Selbstheilung ermöglichen soll.

Bekannte Materialien als Vorteil

Im Unterschied zu anderen Ansätzen, die etwa auf Bakterien oder Polymere setzen, arbeitet Dmat mit Materialien, die in der Betonindustrie bereits bekannt sind. Das könnte die Anwendung und Skalierung erleichtern. Für Bauunternehmen wäre vor allem relevant, dass etablierte Prozesse nicht grundlegend verändert werden müssen.

Potenzial für klimafreundlicheres Bauen

Längere Nutzungszeiten können den Sanierungsbedarf reduzieren und den Ressourcenverbrauch im Betonbau senken. Angesichts des hohen weltweiten Betonverbrauchs könnte selbstheilender Beton damit sowohl wirtschaftlich als auch mit Blick auf CO2-Emissionen an Bedeutung gewinnen.

Quelle: www.meistertipp.de