Bild: stock.adobe.com
3D-Druck für Fassadendämmung: Forschungsprojekt setzt auf Vor-Ort-Fertigung
Der Bedarf an energetischer Sanierung im Gebäudebestand bleibt hoch. Gleichzeitig belasten Fachkräftemangel, Materialeinsatz und Kosten viele Bau- und Modernisierungsvorhaben. Ein Forschungsprojekt der Technischen Universität Hamburg und der TECCON Consulting and Engineering GmbH untersucht deshalb, wie sich Fassadendämmung künftig direkt auf der Baustelle per 3D-Druck herstellen lässt. Unterstützt wird die Machbarkeitsstudie von der IFB Hamburg.
Dämmplatten direkt auf der Baustelle herstellen
Im Mittelpunkt steht ein Verfahren, bei dem passgenaue Dämmelemente direkt vor Ort produziert werden. Das könnte Transportwege verkürzen, Abläufe auf der Baustelle vereinfachen und Materialverluste reduzieren. Nach Angaben der Projektpartner sind die bisherigen Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vielversprechend. Ein Folgeprojekt ist bereits in Vorbereitung.
Leichte Strukturen für weniger Materialeinsatz
Technisch basiert das Konzept auf sogenannten TPMS-Strukturen. Diese Geometrien verbinden geringes Gewicht mit hoher Stabilität und schaffen zugleich Hohlräume, die sich günstig auf die Dämmwirkung auswirken können. Aktuell arbeiten die Beteiligten mit recyceltem PLA. Perspektivisch sollen auch Geopolymere und weitere ressourcenschonende Materialien geprüft werden.
Weniger Verschnitt, mehr Präzision
Ein zentraler Vorteil des Ansatzes liegt in der maßgenauen Fertigung. Statt standardisierte Dämmplatten aufwendig zuzuschneiden, könnten 3D-gedruckte Elemente an die konkrete Fassadengeometrie angepasst werden. Das reduziert Verschnitt und eröffnet neue Möglichkeiten für materialeffiziente Bauprozesse. Zusätzlich wird untersucht, ob sich weitere Funktionen wie Leitungen oder Entwässerungselemente in die Bauteile integrieren lassen.
Potenzial für die Baupraxis
Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe ist vor allem der mögliche Effizienzgewinn relevant. Leichtere und einfacher zu montierende Elemente könnten den Personalbedarf auf der Baustelle senken und Sanierungsprozesse beschleunigen. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist das ein interessanter Ansatz für die Baupraxis.
Von der Studie in die Anwendung
Noch handelt es sich um ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt. Die bisherigen Ergebnisse zeigen jedoch, dass digitale Fertigung, präzise Planung und nachhaltigere Materialkonzepte in der Fassadendämmung zusammenfinden können. Sollte das Folgeprojekt erfolgreich verlaufen, könnte daraus mittelfristig ein marktfähiges System für die energetische Sanierung entstehen.