Bild: stock.adobe.com
263 Millionen Euro Invest in Straßen und Brücken
Bund und Land investieren 2026 insgesamt 263 Millionen Euro in das Straßennetz in Mecklenburg-Vorpommern, rund 103 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Wirtschafts- und Infrastrukturminister Wolfgang Blank (parteilos) bezifferte davon rund 182 Millionen Euro für Bundes- und etwa 81 Millionen Euro für Landesstraßen. Als Schwerpunkte nannte er den Erhalt von Straßen und Brücken, die Ortsumgehungen Wolgast, Mirow und Dargun sowie neue Radwege an Bundes- und Landesstraßen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und verwies auf die Bedeutung leistungsfähiger Straßen für Wirtschaft und Mobilität.
Straßenbauamt Schwerin: 163 Millionen Euro und 46 Maßnahmen
Dem Straßenbauamt Schwerin stehen rund 163 Millionen Euro zur Verfügung, davon etwa 133,5 Millionen Euro vom Bund und rund 29,4 Millionen Euro vom Land. Auf die Projektgruppe Großprojekte entfallen rund 111 Millionen Euro Bundes- und 3,4 Millionen Euro Landesmittel. In den Landkreisen Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim sind 46 Baumaßnahmen an Bundes- und Landesstraßen geplant.
L07 Warlow: Ausbau bis Ende 2027
Der Ausbau der Landesstraße 07 in der Ortsdurchfahrt Warlow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) soll abschnittsweise unter Vollsperrung von Mai 2026 bis Ende 2027 erfolgen und rund 4,5 Millionen Euro kosten. Der Landkreis beteiligt sich mit 500.000 Euro, die Gemeinde Warlow mit 400.000 Euro; 3,6 Millionen Euro trägt das Land, vorgesehen ist unter anderem eine verbesserte Regenentwässerung.
Neustrelitz und Stralsund: Programme in zwei Regionen
Das Straßenbauamt Neustrelitz plant rund vier Dutzend Maßnahmen in Vorpommern-Greifswald und der Mecklenburgischen Seenplatte mit rund 56 Millionen Euro, davon etwa 35,4 Millionen Euro vom Bund und 20,3 Millionen Euro vom Land. Für das Straßenbauamt Stralsund sind 2026 rund 40 Millionen Euro für die Landkreise Rostock und Vorpommern-Rügen vorgesehen, etwa 10 Millionen Euro vom Bund und knapp 30 Millionen Euro vom Land; wegen touristischer Regionen sollen Bauzeiten möglichst außerhalb der Ferien liegen.
Brücken und Erneuerungen: Neubrandenburg, Rügen, Langhagen
Der Ersatzneubau der Oberbachbrücke an der B104 in Neubrandenburg soll voraussichtlich im Sommer 2026 starten und bis in die zweite Jahreshälfte 2027 dauern; geplant ist halbseitige Verkehrsführung mit überwiegend zwei Fahrstreifen Richtung Zentrum und einem Richtung Rostock, das Bundesinvestitionsvolumen liegt bei rund 3,8 Millionen Euro. Auf Rügen ist die Fahrbahnerneuerung der B196 zwischen Süllitz und Lancken-Granitz für rund 600.000 Euro vorgesehen, im Oktober 2026 überwiegend nachts unter Vollsperrung mit Freigabe am Tag. Als größtes Um- und Ausbauvorhaben in diesem Bereich gilt der Ersatzneubau der Brücke über die Bahnstrecke der Deutschen Bahn in Langhagen im Zuge der L11, Bauzeit Mitte 2026 bis Anfang 2028, Gesamtkosten voraussichtlich rund 8 Millionen Euro.
Wolgast: Ortsumgehung und Peenebrücke
In Wolgast läuft das größte Landesprojekt: Eine 6,8 Kilometer lange Ortsumgehung soll den Durchgangsverkehr, besonders in den Sommermonaten auf und von Usedom, entlasten und über die B111 südöstlich um die Stadt führen. Der Bund gab im November Mittel für den Neubau der Peenebrücke frei; der Auftrag für den 421 Millionen Euro teuren Neubau ist vergeben, vorbereitende Arbeiten wie Schilfschnitt laufen, der Spatenstich ist im zweiten Quartal vorgesehen. Die 1,4 Kilometer lange Brücke ist Bestandteil der bereits im Bau befindlichen Ortsumgehung, deren Kosten mit rund 500 Millionen Euro angegeben werden.
Frostschäden: Pauschale Mittel vorgesehen
Auch Reparaturen von Kälteschäden sind eingeplant. René Firgt, Direktor des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr in Mecklenburg-Vorpommern, sagte, dafür seien vorsorglich pauschale Ausgaben im niedrigen Millionenbereich vorgesehen; die tatsächliche Höhe könne erst nach dem Winter bewertet werden, Besichtigungen zur Schadenerfassung starten.