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Wohnungsbaukrise bleibt trotz Regierungswechsel ungelöst
Ein Jahr nach dem Start der schwarz-roten Bundesregierung bleibt die Lage im deutschen Wohnungsbau angespannt. Nach Einschätzung des Bundesverbandes Kalksandsteinindustrie wurden zentrale Herausforderungen zwar erkannt, die Umsetzung notwendiger Reformen verlaufe jedoch zu langsam. Hohe Finanzierungskosten, steigende Energiepreise und fehlende Planungssicherheit würden weiterhin Investitionen bremsen und Bauprojekte verzögern oder verhindern.
Neubauzahlen bleiben deutlich unter Bedarf
Nach Angaben des Verbandes verschärft sich die Wohnungsbaukrise weiter. Experten rechnen demnach für das laufende Jahr nur noch mit rund 200.000 fertiggestellten Wohneinheiten. Damit würde der tatsächliche Bedarf nur etwa zur Hälfte gedeckt. Der Verband warnt vor zunehmenden wirtschaftlichen und sozialen Folgen, wenn der Wohnungsbau dauerhaft hinter dem Bedarf zurückbleibt.
Genehmigungen und Regulierung bleiben Belastung
Kritisch bewertet die Kalksandsteinindustrie insbesondere langwierige Genehmigungsverfahren sowie steigende regulatorische Anforderungen. Zwar enthalte der Koalitionsvertrag aus Sicht des Verbandes richtige Ansätze, etwa zur Beschleunigung von Planungsverfahren und für effizienteres Bauen. Entscheidend sei jedoch die Geschwindigkeit der Umsetzung. Gerade bei kostenintensiven energetischen Vorgaben und bürokratischen Abläufen sieht der Verband weiterhin großen Handlungsbedarf.
Förderprogramme sorgen für Unsicherheit
Auch die aktuelle Förderpolitik wird kritisch beurteilt. Der Verband sieht in der Umstellung von Tilgungszuschüssen auf Zinsverbilligungen bei bestimmten KfW-Programmen eine geringere Attraktivität für Investoren. Häufige Änderungen der Förderbedingungen erschwerten zudem langfristige Planungen. Nach Einschätzung des Verbandes werden Fördermittel zu stark für steigende technische Anforderungen eingesetzt, statt bezahlbares Bauen stärker zu fördern.
Skepsis gegenüber Bundesbaugesellschaft
Zur Diskussion um eine mögliche Bundesbaugesellschaft äußert sich der Verband zurückhaltend. Aus Sicht der Kalksandsteinindustrie ist bislang nicht erkennbar, wie eine zusätzliche staatliche Struktur bestehende Probleme schneller oder effizienter lösen könnte.
Verband fordert verlässliche Rahmenbedingungen
Der BV KSI fordert langfristig planbare Förderprogramme, schnellere Genehmigungsverfahren, wirtschaftlich tragfähige Baustandards sowie wettbewerbsfähige Energiepreise. Nach Einschätzung des Verbandes könne bezahlbarer Wohnraum nur entstehen, wenn Politik, Bauwirtschaft und Baustoffindustrie enger zusammenarbeiten und verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen werden.