Weltkongress Gebäudegrün fordert mehr Pflanzen in Städten

Weltkongress Gebäudegrün fordert mehr Pflanzen in Städten Bild: stock.adobe.com

Weltkongress Gebäudegrün fordert mehr Pflanzen in Städten

  • Nachhaltigkeit
  • 4 Min

Der Weltkongress Gebäudegrün hat vom 9. bis 11. Juni 2026 in Berlin ein deutliches Signal für mehr Begrünung in Städten gesetzt. Mehr als 700 Teilnehmende aus 32 Ländern waren sich einig, dass Pflanzen auf Dächern, an Fassaden und in Innenräumen stärker in Planung, Kommunen und Politik verankert werden müssen. Der Bundesverband GebäudeGrün organisierte die internationale Veranstaltung.

Potenzial ungenutzter Flächen

Im Mittelpunkt stand die Rolle von Bauwerksbegrünung als Maßnahme zur Klimaanpassung. BuGG-Präsident Gunter Mann bezeichnete den Kongress als Plattform für den Austausch über wissenschaftliche und technische Lösungen. Auch der Europäische Fachverband Bauwerksbegrünung betonte die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit. Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau verwies auf das große Potenzial von Dach- und Fassadenflächen als neue grüne Landschaften.

Politische Unterstützung für Bauwerksbegrünung

Berlins Umweltsenatorin Ute Bonde, Schirmherrin des Kongresses, bezeichnete Gebäudebegrünung als notwendiges Element klimaangepasster Städte. Ungenutzte Dach- und Fassadenflächen könnten angesichts knapper Flächen eine wichtige Rolle übernehmen. Auch die Parlamentarische Staatssekretärin Bettina Hagedorn aus dem Bundesumweltministerium hob die Bedeutung von Gebäudegrün für moderne Daseinsvorsorge hervor und verwies auf das Potenzial des Gebäudebestands.

Fachausstellung und Vorträge

Eine begleitende Fachausstellung mit 53 Unternehmen, Verbänden und Organisationen zeigte Produkt- und Systemlösungen sowie Dienstleistungen der Branche. Ergänzt wurde sie durch eine Posterausstellung mit 63 Beiträgen aus sieben Ländern. Im Vortragsprogramm gaben 90 Referierende aus 24 Ländern Einblicke in Forschung und praktische Umsetzung. Zu den Impulsgebern zählten unter anderem der französische Botaniker Patrick Blanc und der Architekt Werner Sobek.

Exkursionen zu Berliner Projekten

Am dritten Kongresstag fanden vier Exkursionen zu besonderen Begrünungsobjekten in Berlin statt. Rund 260 Teilnehmende erhielten Einblicke in Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünungen, darunter auch nicht frei zugängliche Projekte. Neben Wissenstransfer und Best-Practice-Beispielen stand die Vernetzung von Planung, Politik, Städten, Siedlungswasserwirtschaft, Industrie, Immobilienbranche und Verbänden im Mittelpunkt.

Branche sieht Umsetzungsdruck

Der Kongress machte deutlich, dass Gebäudegrün nicht mehr als Nischenthema verstanden wird. Aus Sicht des BuGG geht es nun darum, die diskutierten Ansätze stärker in die Umsetzung zu bringen. Organisiert wurde der Weltkongress mit Unterstützung nationaler und internationaler Partner sowie zahlreicher Sponsoren aus der Branche.