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Stuckateure spüren Krise bei der Fassadensanierung
Die schwache energetische Sanierung trifft das Ausbauhandwerk zunehmend. Besonders sichtbar wird dies bei Stuckateurbetrieben. Nach Angaben von Provimedia gingen ihre Umsätze im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum preisbereinigt um 6,6 Prozent zurück.
Reales Minus stärker als nominaler Rückgang
Die Handwerksstatistik des Statistischen Bundesamts weist für Stuckateure ein nominales Umsatzminus von 3,4 Prozent aus. Preisbereinigt fällt der Rückgang mit 6,6 Prozent deutlich stärker aus. Gleichzeitig sank die Zahl der Beschäftigten um 2,2 Prozent.
Schwächer als das Ausbaugewerbe insgesamt
Damit entwickelte sich das Stuckateurhandwerk schlechter als das gesamte Ausbaugewerbe, das real 3,8 Prozent Umsatz verlor. Im gesamten Handwerk lag der Rückgang bei 2,1 Prozent. Noch stärker betroffen waren allerdings Dachdecker und das Bauhauptgewerbe.
Fassadensanierung auf niedrigem Niveau
Ein Grund für die schwierige Lage könnte die schwache energetische Sanierung sein. Nach Angaben des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle lag die Sanierungsquote bei Fassaden im Jahr 2025 nur noch bei 0,46 Prozent. Über alle Bauteile von Wohngebäuden hinweg wurden 0,67 Prozent erreicht.
Sanierungslücke bleibt groß
Insgesamt wurden 2025 rund 260.000 Wohneinheiten energetisch saniert. Nach einer Leitstudie der Deutschen Energie-Agentur wären jährlich etwa 460.000 Einheiten notwendig. Damit fehlen rund 200.000 Sanierungen pro Jahr. Für Fassadenbetriebe bedeutet dies ein deutlich geringeres Auftragspotenzial.
Förderung soll neue Impulse geben
Seit Mitte Juli 2026 gilt eine überarbeitete Richtlinie für die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen. Für Maßnahmen an der Gebäudehülle bleibt die Grundförderung bei 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Beim individuellen Sanierungsfahrplan ist weiterhin ein Bonus von fünf Prozent möglich.
Wirkung bleibt offen
Ob die neuen Förderbedingungen tatsächlich mehr Fassadensanierungen auslösen, bleibt abzuwarten. Wechselnde Rahmenbedingungen können Auftraggeber verunsichern und Investitionsentscheidungen verzögern. Zugleich lässt sich aus den vorliegenden Daten kein direkter statistischer Zusammenhang zwischen niedriger Sanierungsquote und Umsatzminus ableiten.
Weitere Entwicklung noch unklar
Bislang liegen nur Umsatzzahlen für das erste Quartal 2026 vor. Wie sich die Auftragslage der Stuckateurbetriebe danach entwickelt hat, bleibt offen. Für das Ausbauhandwerk wird entscheidend sein, ob Förderung, Planungssicherheit und Sanierungsbereitschaft wieder zu mehr Projekten an der Gebäudehülle führen.
Quelle: www.meistertipp.de