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Baugrund unter Bauwerken: FH Münster erprobt zerstörungsfreies Messverfahren
Der Fachbereich Bauingenieurwesen der FH Münster erprobt ein weiterentwickeltes geophysikalisches Messverfahren zur zerstörungsfreien Untersuchung des Baugrunds unter bestehenden Bauwerken. Es basiert auf der Gleichstromgeoelektrik, die seit Jahrzehnten in Geotechnik, Hydrogeologie und bei Baugrunduntersuchungen eingesetzt wird. Bislang dient sie überwiegend geologischen Fragestellungen. Das Forschungsvorhaben will sie für die Erkundung des Baugrunds unter und hinter Bauwerken weiterentwickeln.
Das Messsystem erkennt Hohlräume und Auflockerungen
In Kooperation mit der Dr. Donié Geo-Consult GmbH kommt das Messsystem “Electronical Cavity Scan” (ECS) zum Einsatz. Es ermittelt die räumliche Verteilung des spezifischen elektrischen Widerstands im Untergrund. So lassen sich Hohlräume, Ausspülungen, Auflockerungszonen oder andere Abweichungen vom regulären Baugrundaufbau erkennen. Geschäftsführer Dr. Christoph Donié hat dafür patentgeschützte Aufsatzelektroden und eine Messvorrichtung zur Ansteuerung von bis zu 32 Elektroden entwickelt. Damit sind Messungen auf versiegelten Oberflächen und an bestehenden Bauwerken vollständig zerstörungsfrei möglich.
Erste Messungen im Dom zeigen grundsätzliche Eignung
Im geotechnischen Labor wurden zunächst unterschiedliche Wand- und Untergrundmaterialien untersucht, um Eignung und Empfindlichkeit der Technik zu prüfen. Derzeit laufen Validierungsmessungen an realen Bauwerken, darunter im St.-Paulus-Dom in Münster. Die bisherigen Auswertungen zeigen, dass das Verfahren grundsätzlich geeignet ist, den Baugrund unter historischen Bauwerken zu untersuchen und Untergrundanomalien zu identifizieren. Betreut wird das Vorhaben von Prof. Dr. Dietmar Mähner und Lucas Brüggemann.
Denkmalgeschützte Bauwerke könnten profitieren
Langfristig soll das Verfahren helfen, den Baugrund unter Bauwerken sowie hinter Tunnel- und Stützbauwerken effizient und ohne Eingriffe in die Bausubstanz zu untersuchen. Besonders bei sensiblen oder denkmalgeschützten Bauwerken eröffnet das neue Möglichkeiten für die geotechnische Erkundung.