Stadtbäume brauchen Akzeptanz und eine sachliche Kostenbetrachtung

Stadtbäume brauchen Akzeptanz und eine sachliche Kostenbetrachtung Bild: stock.adobe.com

Stadtbäume brauchen Akzeptanz und eine sachliche Kostenbetrachtung

  • Nachhaltigkeit
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Die geplante Pflanzung von rund 150 neuen Bäumen in der Münchner Innenstadt stößt beim Bund deutscher Baumschulen auf grundsätzliche Zustimmung. Der Verband hält zusätzliche Stadtbäume für notwendig, um Schatten und Aufenthaltsqualität an heißen Tagen zu verbessern. Zugleich fordert er eine sachliche Einordnung der veranschlagten Kosten von durchschnittlich rund 95.000 Euro pro Baum. Nach Angaben des BdB liegt der Preis für einen hochwertigen, großkronigen Stadtbaum in der Regel bei maximal rund 2.000 Euro. Die hohen Gesamtkosten entstehen demnach vor allem durch komplexe Tiefbauarbeiten, etwa für die Verlegung unterirdischer Leitungen, den Aufbau spezieller Wurzelräume, tragfähige Substratschichten und Konstruktionen, die auch Schwerlastverkehr aufnehmen können.

Innenstädte stellen besondere Anforderungen

Nach Einschätzung des Verbands sind diese technischen Anforderungen in hochverdichteten Innenstädten häufig unvermeidlich. Sie dürften jedoch nicht mit dem eigentlichen Wert oder der grundsätzlichen Wirtschaftlichkeit von Stadtbäumen gleichgesetzt werden. Der BdB warnt davor, dass pauschale Kostenvergleiche die notwendige Begrünung von Städten in Misskredit bringen könnten. Wenn Bäume als unverhältnismäßig teuer wahrgenommen würden, leide am Ende die Akzeptanz für die grüne Transformation der Städte.

Alternative Lösungen rücken in den Blick

Der Verband verweist deshalb auch auf ergänzende oder alternative Begrünungsformen. Als Beispiel nennt er großvolumige Pflanztröge, wie sie unter anderem in der Wiener Innenstadt eingesetzt werden. Solche Lösungen könnten dort eine flexiblere, kostengünstigere und schneller umsetzbare Option sein, wo umfangreiche Tiefbaumaßnahmen vermieden werden sollen. Aus Sicht des BdB geht es nicht um ein Entweder-oder, sondern um standortangepasste Lösungen, bei denen klassische Baumpflanzungen und alternative Begrünungsformen je nach Rahmenbedingungen kombiniert werden.

Langfristige Strategie statt pauschaler Debatte

Der Bund deutscher Baumschulen plädiert für eine differenzierte Diskussion, transparente Kostenkommunikation und eine langfristige Strategie für Stadtgrün. Stadtbäume werden dabei nicht als Kostentreiber, sondern als Investitionen in Gesundheit, Lebensqualität und Klimaanpassung verstanden. Entscheidend sei, dass diese Investitionen effizient, nachvollziehbar und gesellschaftlich vermittelbar bleiben.