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Finanzierungskosten rücken in den Fokus
Mit dem aktuellen Konflikt im Nahen Osten und der Sperrung der Straße von Hormus haben Finanzierungskosten für den Immobilienmarkt wieder deutlich an Bedeutung gewonnen. In einer EY-Parthenon-Befragung sank der Anteil der Institute, die steigende Finanzierungskosten als Herausforderung sehen, bis Ende Februar zunächst auf rund 40 Prozent. Nach Beginn der militärischen Auseinandersetzungen am 28. Februar 2026 stieg er auf mehr als 90 Prozent.
Befragung unter Finanzierern
EY-Parthenon befragte von Februar bis März 2026 insgesamt 58 immobilienfinanzierende Kreditinstitute in Deutschland, darunter große Privatbanken, Landesbanken und größere Sparkassen. Ergänzend wurden 26 Kanzleien mit Schwerpunkt auf immobilienwirtschaftlichen Restrukturierungen einbezogen.
Fälligkeitswelle belastet Kreditbücher
Nach Angaben der Studie läuft der Markt in eine Fälligkeitswelle. Bei rund der Hälfte der Institute liegt der Anteil hoher Refinanzierungsvolumina im Bestand bei mehr als 40 Prozent. Zugleich hat sich die Quote notleidender Immobilienkredite seit 2022 von 1,5 Prozent auf zuletzt fast fünf Prozent mehr als verdreifacht.
Trendwende erst ab 2029 erwartet
Die Stimmung der Banken bleibt verhalten. Rund die Hälfte erwartet für 2026 eine eher negative Marktentwicklung, die andere Hälfte rechnet mit einer Seitwärtsbewegung. Diese dürfte sich auch 2027 und darüber hinaus fortsetzen. Eine erkennbare Trendwende erwarten die Institute mehrheitlich erst ab 2029.
Restrukturierungen gewinnen an Bedeutung
Die Verlängerung und Anpassung bestehender Finanzierungen bleibt mit 80 Prozent die häufigste Strategie bei notleidenden Immobilienengagements. Aktive Ansätze wie Rettungserwerbe, Plattformlösungen und NPL-Transaktionen gewinnen jedoch an Gewicht. Hürden bleiben regulatorische Anforderungen, ein ungünstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis und fehlende immobilienspezifische Kompetenzen.
Neubau verliert weiter an Attraktivität
Büro- und Einzelhandelsimmobilien bleiben aus Sicht der Finanzierer unter Druck, während sich das Wohnsegment stabiler zeigt. Hohe Finanzierungskosten, Baukosten und regulatorische Anforderungen bremsen jedoch weiterhin Neubauinvestitionen. Die Nachfrage verlagert sich stärker in Richtung Bestandsimmobilien und Bestandsportfolios.