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Hessische Bauindustrie sieht keine Trendwende
Der Bauindustrieverband Hessen-Thüringen sieht keine positiven Signale für die baukonjunkturelle Entwicklung in Hessen. Nach den Märzergebnissen des Statistischen Landesamts erzielten Betriebe des hessischen Bauhauptgewerbes mit 20 und mehr Beschäftigten im ersten Quartal 2026 einen baugewerblichen nominalen Umsatz von 1,19 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Preis- und kostenbereinigt ergibt sich nach Einschätzung des Verbandes jedoch ein reales Minus. Zudem verweist Hauptgeschäftsführer Dr. Burkhard Siebert auf absehbare Auswirkungen des Iran-Krieges auf die künftige Entwicklung der Baumaterialpreise.
Auftragseingänge gehen zurück
Die Auftragseingänge im hessischen Bauhauptgewerbe lagen im ersten Quartal 2026 bei 1,47 Milliarden Euro. Damit unterschritten sie den Vergleichswert des Vorjahres um 7,5 Prozent. Besonders stark fiel der Rückgang im Wirtschaftsbau aus, der ein Minus von 30,3 Prozent verzeichnete. Aus Sicht des Verbandes zeigt diese Entwicklung, dass sich keine durchgreifende Belebung der Baukonjunktur abzeichnet.
Öffentlicher Bau stabilisiert sich
Im öffentlichen Bau insgesamt stiegen die Auftragseingänge um 18,0 Prozent. Auch der Straßenbau entwickelte sich mit einem Plus von 9,3 Prozent stabiler. Der Wohnungsbau lag im ersten Quartal 2026 ebenfalls im Orderplus und verzeichnete einen Zuwachs von 25,2 Prozent gegenüber dem sehr schwachen ersten Quartal des Vorjahres. Der Verband leitet daraus jedoch keinen stabilen Aufwärtstrend für die gesamte Baukonjunktur ab.
Wohnungsbau bleibt hinter Bedarf zurück
Bei den Baugenehmigungen zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Im März 2026 wurden in Hessen mit 279 Gebäuden 2,1 Prozent mehr Gebäude genehmigt als im März 2025. Die Zahl der genehmigten Wohnungen sank dagegen im selben Zeitraum um 33,7 Prozent auf 891. Nach Einschätzung von Burkhard Siebert bleibt der Neubau damit deutlich hinter dem Bedarf zurück.
Verband fordert politische Gegenmaßnahmen
Der Bauindustrieverband Hessen-Thüringen warnt vor weiteren Rückgängen in den kommenden Jahren und vor sozialen Folgen eines anhaltend schwachen Wohnungsneubaus. Damit Baugenehmigungen in den kommenden ein bis zwei Jahren zu Fertigstellungen führen, fordert der Verband eine schnelle Senkung hoher Auflagen und bessere Finanzierungsmöglichkeiten.