Bild: stock.adobe.com
Tauchroboter soll Staumauern unter Wasser prüfen
Das Scientific Diving Center der TU Bergakademie Freiberg hat gemeinsam mit dem Institut für Informatik einen Tauchroboter für die Bauwerksinspektion unter Wasser entwickelt. Das Projekt SUBmarIne soll künftig dort eingesetzt werden, wo technische Prüfungen bislang nur schwer möglich sind. Im Mittelpunkt steht die Kontrolle von Staumauern als Teil kritischer Infrastruktur. Vorgestellt wird das Projekt auf der IFAT in München.
Erprobung an Talsperren
Getestet wurde der Tauchroboter an Talsperren, darunter an der Talsperre Malter nahe Dippoldiswalde. Die leicht gebogene Staumauer stammt aus der Kaiserzeit und wurde nach dem Hochwasser der Weißeritz von 1897 errichtet, bei dem 19 Menschen starben sowie Häuser, Brücken und Bahnstrecken zerstört wurden. Projektleiter Dr. Thomas Grab vom Scientific Diving Center verweist auf die Bedeutung solcher Anlagen für Sicherheit und Wasserversorgung. Im Zuge des Klimawandels werde eine ganzjährig resiliente Wasserversorgung wichtiger.
Kamera liefert Grundlage für 3D-Modell
Der flache Roboter ist mit röhrenförmigen Scheinwerfern und einer Kamera in einer wasserdichten Kugel ausgestattet. Die Beleuchtung ist notwendig, weil das Wasser durch Sedimente und Pollen getrübt sein kann. Ein gelbes Kabel überträgt die Kamerabilder auf einen Laptop. Aus den Videodaten werden später Einzelbilder extrahiert, aus denen ein 3D-Modell der Staumauer entsteht. Damit sollen Schadstellen genauer lokalisiert und interessante Bereiche automatisiert erkannt werden.
Taucher begleiten den Pilotversuch
Beim ersten Einsatz wird der Roboter von Tauchern begleitet. Parallel führt ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des Scientific Diving Center eine zweite Kameravorrichtung unter Wasser. In späteren Einsätzen soll der Roboter eigenständig als Erstinspektor die gesamte Staumauer erfassen. Das Auswertungsteam kann anschließend anhand des 3D-Modells festlegen, welche Stellen genauer kontrolliert werden müssen.
Gezieltere Einsätze sollen Aufwand senken
Nach Angaben des Projektteams kann der Einsatz des Roboters Taucheinsätze besser vorbereiten. Die Taucherinnen und Taucher können sich bei folgenden Kontrollen gezielt auf kritische Bereiche konzentrieren. Dadurch sollen Zeit eingespart, Kosten reduziert und die Sicherheit bei der Bauwerksprüfung erhöht werden.
Präsentation auf der IFAT
Auf der IFAT in München zeigt die TU Bergakademie Freiberg den Tauchroboter einem Fachpublikum aus den Bereichen Wasser und Rohstoffsicherheit. Besucherinnen und Besucher können dort ein 360-Grad-Video sehen, das entlang der Staumauer, über die Talsperre Malter und unter die Wasseroberfläche führt.