Spürbaren Aufschwung für Europas Bauwirtschaft

Spürbaren Aufschwung für Europas Bauwirtschaft

Spürbaren Aufschwung für Europas Bauwirtschaft

  • Tiefbau
  • 3 Min

Die Forschergruppe Euroconstruct, zu der auch das Münchner ifo Institut gehört, rechnet für die europäische Bauwirtschaft im laufenden Jahr mit einem realen Wachstum von 2,4 Prozent. Im Vorjahr habe das Wachstum bei 0,3 Prozent gelegen. Für 2027 werden 2,2 Prozent erwartet, für 2028 noch 1,9 Prozent. ifo-Bauexperte Ludwig Dorffmeister beschreibt die Entwicklung als Wechsel aus dem Leerlauf in einen höheren Gang, der bis 2028 weitgehend gehalten werde.

Wohnungsbau und Tiefbau als Treiber

Als Treiber nennt Euroconstruct sowohl den Wohnungsbau als auch den Tiefbau. In beiden Segmenten soll das Marktvolumen 2028 jeweils um 7,5 Prozent höher liegen als 2025. Begründet wird dies mit regional knappem Wohnraumangebot sowie hohem Investitionsbedarf im Verkehrs- und Energiesektor. Der übrige Hochbau soll bis 2028 dagegen um 4,7 Prozent wachsen.

Deutschland: Sondervermögen und Schiene, Fertigstellungen erholen sich später

Für Deutschland sieht Dorffmeister noch Unklarheit, welche Impulse das sogenannte Sondervermögen bringen werde, da ein wesentlicher Teil nicht für Investitionen genutzt werden dürfte. Zusätzliche Mittel wirkten sich im Verkehrsbereich nach seiner Einschätzung vor allem im Schienensektor positiv aus.

Wohnungsfertigstellungen steigen europaweit, Deutschland mit Verzögerung

Euroconstruct prognostiziert in den 19 untersuchten Ländern einen Anstieg der Wohnungsfertigstellungen von 1,44 Millionen im vergangenen Jahr auf 1,66 Millionen im Jahr 2028. In Deutschland werde die Talsohle demnach erst 2026 erreicht: Für 2026 wird ein Rückgang um 20.000 auf 185.000 Fertigstellungen erwartet, bevor 2027 mit 205.000 und 2028 mit 215.000 wieder ein Anstieg prognostiziert wird. Zugleich wird darauf verwiesen, dass die Baugenehmigungen zuletzt angezogen haben, die Umsetzung aber Zeit brauche.

Bild: stock.adobe.com