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Preisatlas 2026: Handwerksstundensätze steigen weiter
Die Preise im Handwerk steigen weiter. Der Preisatlas Handwerk 2026, für den OneQrew 575 Handwerksbetriebe aus verschiedenen Gewerken befragt hat, zeigt einen Markt mit hoher Auslastung und geringen freien Kapazitäten. 73 Prozent der Betriebe bewerten ihre Auftragslage als gut oder sehr gut, nur sechs Prozent melden freie Kapazitäten. Damit bleiben die Auftragsbücher vielerorts voll, während Personalmangel die Annahme neuer Aufträge erschwert und Projekte verzögert.
Stundensätze ziehen in vielen Gewerken an
Der durchschnittliche Preis für eine Meisterstunde liegt aktuell bei rund 73 Euro, für eine Gesellenstunde bei etwa 64 Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg von 0,7 Prozent bei Meisterleistungen und rund drei Prozent bei Gesellenstunden. Deutliche Aufschläge zeigen sich insbesondere in der Elektrotechnik sowie im Metall- und Anlagenbau. Für die Betriebe wächst damit der Druck, ihre Kalkulation regelmäßig an veränderte Marktbedingungen anzupassen.
Fachkräftemangel bremst Projekte
Der größte Engpass bleibt das Personal. 70 Prozent der befragten Betriebe suchen derzeit Mitarbeiter, im Durchschnitt fehlen pro Unternehmen rund 1,4 Fachkräfte. Die Folgen zeigen sich direkt im Projektgeschäft: Baustellen starten später, Termine verschieben sich und Anfragen können teils nicht mehr angenommen werden. In einem Markt mit hoher Auslastung wird die Gewinnung und Bindung qualifizierter Mitarbeiter damit zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor.
Größere Betriebe erzielen höhere Preise
Die Untersuchung zeigt zugleich einen Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße und Stundensatz. Größere Betriebe setzen im Schnitt höhere Preise durch, vor allem bei Meister- und Technikerleistungen. Dahinter stehen effizientere Abläufe, eine stärkere Organisation und eine bessere Marktposition. Für kleinere Unternehmen gewinnen damit eine belastbare Kalkulation und klar strukturierte Prozesse weiter an Bedeutung.
Regionale Unterschiede bleiben groß
Auch regional bleiben die Unterschiede deutlich. In Berlin liegt der Meisterstundensatz mit 82,50 Euro an der Spitze, in Hamburg bei 76,45 Euro. Mecklenburg-Vorpommern bildet mit 58,80 Euro das untere Ende der Spanne. Einheitliche Preislisten verlieren damit an Aussagekraft. Maßgeblich sind zunehmend regionale Kostenstrukturen, Nachfrage und Wettbewerbssituation.
Digitalisierung rückt stärker in den Betriebsalltag
Neben der Preisentwicklung gewinnt die betriebliche Effizienz an Gewicht. Digitale Angebote, mobile Lösungen für die Baustelle und automatisierte Büroprozesse helfen, knappe personelle Ressourcen gezielter einzusetzen. In einem Markt mit hoher Auslastung und anhaltendem Fachkräftemangel wird die Organisation der eigenen Abläufe damit immer stärker zur wirtschaftlichen Schlüsselgröße.
Quelle: www.meistertipp.de