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Kostenanstieg gefährdet Ausbau der Bahnstrecke Leipzig–Chemnitz
Beim Ausbau der Bahnstrecke Leipzig–Chemnitz wächst die Sorge vor einer neuen Kostenexplosion. Für den 44 Kilometer langen Nordabschnitt zwischen Geithain und Leipzig stehen nach Angaben der Bahninitiative Chemnitz inzwischen rund 1,3 Milliarden Euro im Raum. Zuletzt war noch von etwa 750 Millionen Euro die Rede. Die Entwicklung schürt die Befürchtung, dass die Planungen auf eine deutlich reduzierte Variante hinauslaufen könnten.
Elektrifizierung und Leistungsfähigkeit stehen zur Debatte
Im Raum stehen Szenarien mit nur wenigen Ausweichstellen oder sogar ohne Elektrifizierung. Damit geriete nach Einschätzung der Bahninitiative eine leistungsfähige und resiliente Fernbahnverbindung zwischen Chemnitz und Leipzig in Gefahr. Im Südabschnitt war nach langem Ringen ein nahezu zweigleisiger Ausbau sowie die vollständige Elektrifizierung erreicht worden. Für den Nordabschnitt galt bislang ebenfalls eine durchgehend zweigleisige und elektrifizierte Strecke als Ziel.
Machbarkeitsstudie soll den Spielraum ausloten
Für den Nordabschnitt läuft derzeit eine Machbarkeitsstudie. Ein externes Büro prüft, welche Ausbaumaßnahmen mit dem verfügbaren Budget umsetzbar sind. Die Ergebnisse sollen im Mai vorliegen und anschließend intern ausgewertet werden. Eine öffentliche Vorstellung ist für einen Bahngipfel im Juni in Chemnitz vorgesehen.
Strecke hat Bedeutung für Pendler und Wirtschaft
Die Verbindung zwischen Leipzig und Chemnitz ist nicht nur für Pendler relevant, sondern auch für die Industrieregion Südwestsachsen als Anbindung an den Bahnknoten Leipzig und das Fernverkehrsnetz. Zudem wird die Strecke im Güterverkehr genutzt. Ihre Kapazität ist bislang stark begrenzt, weil sie eingleisig ist und keine Oberleitung besitzt. Der seit Jahren geforderte zweigleisige Ausbau mit Elektrifizierung soll künftig einen 30-Minuten-Takt zwischen beiden Großstädten und Fernzüge bis nach Chemnitz ermöglichen.