10-Punkte-Plan soll Baukosten um bis zu 25 Prozent senken

10-Punkte-Plan soll Baukosten um bis zu 25 Prozent senken Bild: stock.adobe.com

10-Punkte-Plan soll Baukosten um bis zu 25 Prozent senken

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Der Wohnungsbau bleibt von hohen Kosten, rückläufigen Fertigstellungszahlen und langen Genehmigungsverfahren belastet. Das Deutsche Institut für vorbeugenden Brandschutz hat deshalb einen 10-Punkte-Plan vorgelegt, der kurzfristig mehr Wohnraum schaffen und die Baukosten deutlich senken soll. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Neubauten, sondern vor allem Umbauten, Nachverdichtungen und Nutzungsänderungen im Bestand. Gerade in Sanierung, Aufstockung, Dachgeschossausbau und Umnutzung sieht das Institut kurzfristig aktivierbare Potenziale.

Weniger Bürokratie, schnellere Verfahren

Das Maßnahmenpaket zielt auf Schritte, die ohne neue Gesetze umgesetzt werden könnten. Vorgesehen sind klarere Zuständigkeiten in den Behörden, Auslegungshilfen zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren und der Abbau interner Sonderregelungen. Auch der Umgang mit DIN-Normen wird aufgegriffen. Gefordert werden Klarstellungen zu ihrem Empfehlungscharakter sowie eine Blacklist nicht anerkannter Standards. Für die Baupraxis würde das vor allem mehr Planungssicherheit und weniger Streit über Anforderungen bedeuten.

Einsparpotenziale bei Planung und Standards

Nach Darstellung des DIvB sind Einsparungen von bis zu 25 Prozent möglich, ohne die Schutzziele des Brandschutzes zu gefährden. Auf Landes- und kommunaler Ebene hält das Institut weitere Einsparungen von 10 bis 25 Prozent für realistisch. Damit zielt der Vorschlag auf jene Kostenfaktoren, die Bauunternehmen und Handwerksbetriebe seit Jahren belasten. Niedrigere Anforderungen bei Verfahren und Standards könnten sich direkt auf Kalkulationen, Projektlaufzeiten und Margen auswirken.

Mehr Rechtssicherheit für die Baupraxis

Das Institut knüpft mit dem Papier an Erfahrungen aus dem Stakeholder-Prozess von Bundesbauministerium und Bundesjustizministerium zum Gebäudetyp E an. Geschäftsführer Axel Haas verbindet mit dem Vorschlag klarere rechtliche Leitplanken für das Verwaltungshandeln im Baugenehmigungsverfahren. Schnellere Entscheidungen, präzisere Vorgaben und geringere Risiken könnten Bauprozesse wirtschaftlicher machen und die Debatte über günstigeren und schnelleren Wohnungsbau neu beleben.

Quelle: www.meistertipp.de
  • Cordula Kiefer