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Bosch rutscht 2025 in die Verlustzone
Bosch hat 2025 erstmals seit der Finanzkrise wieder einen Verlust ausgewiesen. Das Ergebnis nach Steuern lag bei minus 363 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von gut 1,3 Milliarden Euro erzielt worden war. Vor Steuern blieb ein Gewinn von gut 500 Millionen Euro. Der Umsatz stieg leicht auf rund 91 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern sank auf 1,8 Milliarden Euro und lag damit 42 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Stellenabbau belastet das Ergebnis
Als wesentlichen Grund für den Ergebniseinbruch nennt Bosch die Kosten des laufenden Personalabbaus. Diese belasteten das Ergebnis mit 2,7 Milliarden Euro, vor allem durch Rückstellungen für Abfindungen. Die tatsächlichen Auszahlungen sollen sich über die kommenden Jahre verteilen. Hinzu kamen Wechselkurseffekte, hohe Kosten und zusätzliche US-Zölle. Finanzchef Markus Forschner erklärte die Differenz zwischen Vorsteuergewinn und Nachsteuerverlust damit, dass profitable Einheiten regulär Steuern zahlten, während verlustreiche Bereiche keine unmittelbaren Steuererstattungen erhielten.
Schwache Nachfrage in mehreren Geschäftsfeldern
Die schwierige Wirtschaftslage traf nicht nur das Kerngeschäft der Autozulieferung, sondern nahezu alle Unternehmensbereiche. Bosch verweist auf eine zurückhaltende Nachfrage der Verbraucher nach Haushaltsgeräten wie Kühlschränken, Backöfen und Waschmaschinen sowie nach Elektrowerkzeugen und Gartengeräten. Der Konzern sieht sich nach eigener Einschätzung in vielen Bereichen nicht mehr als wettbewerbsfähig genug und reagiert darauf mit umfangreichen Sparmaßnahmen.
Konzern baut weltweit Stellen ab
Vor allem im Zulieferbereich plant Bosch in den kommenden Jahren den Abbau von bis zu 22.000 Stellen. Auch in anderen Sparten, darunter bei der Hausgerätetochter BSH und im Bereich Elektrowerkzeuge, sind Einschnitte vorgesehen. Ende 2025 beschäftigte der Konzern weltweit 412.774 Menschen und damit 5.085 weniger als ein Jahr zuvor. Besonders stark betroffen war Deutschland. Hier sank die Zahl der Beschäftigten um 6.681 auf 123.803. Konzernchef Stefan Hartung erklärte, die Gespräche über den Personalabbau im Mobility-Bereich seien abgeschlossen, die Maßnahmen müssten nun zügig und zugleich sozialverträglich umgesetzt werden.
Für 2026 erwartet Bosch eine Erholung
Für das laufende Jahr bleibt der Konzern trotz anhaltender Unsicherheiten vorsichtig. Hartung verweist auf die weiterhin erheblichen Herausforderungen und auf schwer abschätzbare Folgen des Kriegs im Nahen Osten für Inflation und Wirtschaftsleistung. Zugleich rechnet Bosch für 2026 mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung. Geplant ist ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent. Nach einer operativen Umsatzrendite von zwei Prozent im Jahr 2025 wird nun ein Wert zwischen vier und sechs Prozent angestrebt.