Digitales Klimamodell soll Stadtplanung in Würzburg präziser machen

Digitales Klimamodell soll Stadtplanung in Würzburg präziser machen Bild: stock.adobe.com

Digitales Klimamodell soll Stadtplanung in Würzburg präziser machen

  • Digitalisierung & Technik
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An der Julius-Maximilians-Universität Würzburg entsteht mit SMART-TWIN ein digitales Planungsinstrument für die klimaresiliente Stadtentwicklung. Drei Lehrstühle arbeiten dafür gemeinsam mit der Stadt Würzburg an der Weiterentwicklung des bestehenden Digitalen Zwillings. Kern des Projekts ist das Stadtklimamodell PALM-4U, das umfangreiche 3D-Daten und Analysewerkzeuge um klimabezogene Simulationen ergänzt. Ziel ist es, Planungsprozesse schneller, präziser und kosteneffizienter zu machen. Gefördert wird das Vorhaben seit Oktober 2025 mit 1,35 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

Würzburg dient als Pilotstandort

Würzburg gilt als besonders geeigneter Teststandort, weil die Stadt als Hotspot des Klimawandels in Mitteleuropa beschrieben wird und durch eine ausgeprägte Wärmeinsel geprägt ist. Das Projekt verknüpft KI und Big Data mit neuen Szenario-Ebenen im digitalen Zwilling. So lassen sich Bauprojekte, Veränderungen von Grünflächen und Gewässern sowie unterschiedliche Wetterlagen realitätsnah simulieren. Auch Extremwetterereignisse können in die Modellierungen einbezogen werden. Das soll Kommunen und Planungsbüros helfen, Maßnahmen belastbarer zu bewerten.

Drei Fachrichtungen arbeiten an einem gemeinsamen Modell

Die beteiligten Lehrstühle übernehmen unterschiedliche Aufgaben im Projekt. Die Klimatologie entwickelt und betreibt das Modell PALM-4U und integriert verschiedene Szenarien. Das Team der Fernerkundung erfasst thermale Daten mit Satelliten und Drohnen, um das Modell zu validieren. Im Bereich Data Science entstehen KI-Algorithmen zur Optimierung der Anwendung. Begleitet wird das Projekt von der Stadt Würzburg, insbesondere durch das Baureferat sowie das Umwelt- und Klimareferat. Zusätzlich sind 20 kleine und mittlere Unternehmen aus der Stadtplanung eingebunden.

Perspektive für weitere Städte

Das digitale Instrument soll nicht auf Würzburg beschränkt bleiben. Langfristig ist vorgesehen, das Modell auch in anderen Städten einzusetzen. Das Projekt versteht sich damit als Beitrag zu einer Stadtplanung, die Klimarisiken früher sichtbar macht und Entscheidungsprozesse besser unterstützt.