Physik-Neubau CIPHOR auf dem Ost-Campus der TU Berlin
Der Physik-Neubau mit dem Center for Integrated Photonics Research (CIPHOR) auf dem Ost-Campus der Technischen Universität Berlin (TU Berlin) soll nach Plänen des Architekturbüros Telluride entstehen. In einem Sachverständigenkolloquium sprachen sich die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen als Bauherrin, die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege als Bedarfsträgerin sowie die TU Berlin als spätere Nutzerin für den Entwurf aus. Vorausgegangen war ein zweistufiges Vergabeverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb, bei dem fünf Generalplanungsteams Lösungsvorschläge zur Umsetzung der Raum- und Funktionsprogrammatik einreichten.
Standort, Bauform und Kenndaten
Vorgesehen ist ein kompakter Baukörper mit fünf Obergeschossen auf einem nahezu dreieckigen Grundstück zwischen dem Interdisziplinären Zentrum für Modulation und Simulation (IMoS) und dem Wirtschaftsgebäude des Berliner Zoos in der Nähe des Bahnhofs Zoologischer Garten. Der Neubau umfasst eine Nutzfläche von 4.496 Quadratmetern. Der Kostenrahmen liegt bei 93,75 Millionen Euro, davon 6,7 Millionen Euro für neue Forschungsgroßgeräte. Neben einer Bundesförderung in Höhe von 31,325 Millionen Euro soll die TU Berlin den Neubau aus eigenen Mitteln finanzieren.
Architektur, Fassade und Nachhaltigkeitsbausteine
Der Entwurf wird als klar und funktional beschrieben; die Fassade soll die innere Organisation nach außen spiegeln. Geplant sind Terrassen als Kommunikationszonen sowie Holzelemente in den oberen Etagen. Für Nachhaltigkeit sind eine Begrünung von Fassade und Dach, der Einsatz von Photovoltaik sowie Systeme zur Wärmerückgewinnung vorgesehen.
Reinraum als Herzstück und Flächenaufteilung
Herzstück des Gebäudes ist ein Reinraum im zweiten Obergeschoss mit einer stützenfreien Breite von 14 Metern. Im Erdgeschoss sind Epitaxie-Labore und eine Werkstatt geplant, die die Einbringung großer Geräte erleichtern soll. Labore für Laser- und Röntgenanalytik sind im Untergeschoss vorgesehen, die Bereiche für photonische Quantentechnologien im ersten Obergeschoss. Diese sollen schwingungsisoliert sowie temperatur- und feuchtestabil ausgeführt werden. Auf der zum IMoS ausgerichteten Gebäudeseite sind Büroflächen, Co-Working-Spaces und Besprechungsräume vorgesehen; der Haupteingang ist im Süden geplant, die Anlieferung über die Müller-Breslau-Straße von Nordosten.
Planungsstand und Zeitperspektive
Von 2019 bis 2021 wurde ein städtebauliches Gutachterverfahren durchgeführt, das den Standort in der Müller-Breslau-Straße 11–12 bestätigte; für das Gebiet Hertzallee Nord befindet sich ein Bebauungsplan in Aufstellung. Unter Federführung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sollen die beauftragten Ingenieurinnen und Ingenieure den Entwurf gemeinsam mit der TU Berlin weiter ausarbeiten und umsetzen. Ziel ist ein Baubeginn im Jahr 2028.
Bild: © mustermann