Bis 2029 drohen mehr Betriebsschließungen

Bis 2029 drohen mehr Betriebsschließungen

Bis 2029 drohen mehr Betriebsschließungen

  • Dienstleistungen
  • 4 Min

Immer mehr mittelständische Unternehmen in Deutschland erwägen nach Angaben der staatlichen KfW-Förderbank, in den kommenden Jahren nach dem Ausscheiden der Seniorgeneration zu schließen. Bis 2029 könnten demnach jährlich bis zu 114.000 Unternehmen stillgelegt werden. Dem stünden jährlich rund 109.000 Unternehmen gegenüber, die bis dahin eine Nachfolgeregelung finden wollen; die KfW spricht erstmals von einem kleinen Überhang. KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher betont mit Verweis auf eine Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels, es sei essenziell, das Fortbestehen möglichst vieler mittelständischer Unternehmen zu sichern.

Alter als Hauptgrund, Nachfolge häufig nicht in der Familie

Als Hauptgrund für Stilllegungspläne nennen die Unternehmenschefs laut repräsentativer Befragung unter mehr als 13.000 Mittelständlern ihr Alter. Demnach sind 57 Prozent der mittelständischen Unternehmerinnen und Unternehmer 55 Jahre oder älter; vor 20 Jahren lag der Anteil nach KfW-Angaben bei 20 Prozent. Viele empfinden zudem die Suche nach einem Nachfolger als sehr schwierig. 47 Prozent der Befragten mit Stilllegungsplänen geben an, dass sich in der Familie keine Nachfolger finden. Als weiterer Grund wird von 42 Prozent eine überbordende Bürokratie genannt.

Bürokratieabbau und Investitionen nach gesicherter Nachfolge

Schumacher sieht im Bürokratieabbau einen Baustein, der zu mehr Gründungen führen könne. Zudem verweist er darauf, dass Unternehmenslenker, die bereits einen Nachfolger gefunden haben, wieder stärker investieren. Als weitere Hürde auf dem Weg zu einer erfolgreichen Nachfolgeregelung nennt die KfW eine Kaufpreisvorstellung, die für alle Beteiligten akzeptabel ist.

Kaufpreisvorstellungen steigen

Nach Angaben der KfW sind die Kaufpreisvorstellungen deutlich gestiegen. Wer in den nächsten fünf Jahren sein Unternehmen übergeben wolle, nenne im Schnitt einen Kaufpreis von 499.000 Euro; vor sechs Jahren seien es 372.000 Euro gewesen, preisbereinigt ein Plus von 9,5 Prozent. Im Durchschnitt strebten Nachfolgeplaner einen Kaufpreis an, der beim 1,2-Fachen ihres Jahresumsatzes liege.