Kalksandsteinindustrie sieht Signale für eine Trendwende

Kalksandsteinindustrie sieht Signale für eine Trendwende

Kalksandsteinindustrie sieht Signale für eine Trendwende

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Nach vier Jahren Baukrise sieht der Bundesverband Kalksandsteinindustrie (BV KSI) im Jahr 2026 Anzeichen für eine mögliche Trendwende im Wohnungsbau. Der Verband beschreibt eine Phase, in der aus Zurückhaltung wieder konkretes Handeln werden könne. Als Treiber nennt er politische Korrekturen, wachsenden Druck auf den Wohnungsmarkt und praxistaugliche Baukonzepte. Entscheidend seien nach Einschätzung des BV KSI nicht neue Förderrekorde, sondern stabile und verlässliche Rahmenbedingungen, weil wechselnde Programme, kurzfristige Förderstopps und steigende Anforderungen Investitionen ausgebremst hätten.

Planungssicherheit als Voraussetzung für neue Projekte

Aus Sicht des Verbandes benötigt die Bauwirtschaft Planungssicherheit, um Kapazitäten wieder hochzufahren und Vorhaben wirtschaftlich umzusetzen. In den vergangenen Jahren hätten Unsicherheiten dazu geführt, dass Projekte schwer kalkulierbar gewesen seien; 2026 könne mittelfristig dazu beitragen, dass aus Zurückhaltung wieder Bauleistung entsteht.

EH-55-Förderung als Signal für realistische Standards

Ein zentrales Signal sieht die Kalksandsteinindustrie in der Wiedereinführung der EH-55-Förderung, die der Verband als Kurswechsel hin zu realistisch umsetzbaren Effizienzstandards bewertet. BV-KSI-Vorstandsvorsitzender Jan Dietrich Radmacher argumentiert, verlässliche Standards seien entscheidend, um Vertrauen zurückzugewinnen. Gerade im mehrgeschossigen Wohnungsbau solle ein dauerhaft tragfähiger Standard Projekte wieder kalkulierbar machen; für Bauunternehmen bedeute das weniger Risiko, stabilere Ausschreibungen und eine höhere Umsetzungsquote genehmigter Vorhaben.

Gebäudetyp E und Fokus auf robuste Konstruktionen

Große Erwartungen knüpft der Verband an den Gebäudetyp E. Verbunden ist damit die Idee, das Bauen stärker auf robuste, langlebige Konstruktionen auszurichten und auf übermäßige, wartungsintensive Technik zu verzichten. Radmacher bezeichnet Einfachheit als Qualitätsmerkmal und sieht dadurch Spielräume bei Kosten, Bauzeiten und Instandhaltung, die im Marktumfeld Einfluss auf Auftragsvergaben hätten.

Nachhaltigkeit über Praxisargumente

In der Nachhaltigkeitsdebatte verweist der BV KSI auf regionale Rohstoffe, recyclingfähige Baustoffe und bewährte Bauweisen, die nach Darstellung des Verbandes dazu beigetragen hätten, dass sich massive Konstruktionen im mehrgeschossigen Wohnungsbau behaupten konnten. Die Marktführerschaft der Kalksandsteinbauweise wird im Text als Beleg für die Vereinbarkeit von Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit eingeordnet.

Bau-Turbo und Anforderungen an die Umsetzung

Der politisch beschlossene Bau-Turbo könne nach Auffassung des Verbandes nur wirken, wenn Genehmigungsbehörden, Kommunen und Bauwirtschaft gemeinsam handeln. Kapazitäten und Bedarf seien vorhanden; entscheidend werde, ob 2026 genutzt werde, um politischen Willen in reale Bauleistung zu überführen. Der Verband signalisiert Bereitschaft und setzt auf einen nachhaltigen Aufbruch nach der langen Krise.

Quelle: www.meistertipp.de