DBU-Förderprojekt liefert Erkenntnisse für den urbanen Holzbau
In der Hamburger Hafencity ist mit dem Projekt roots eines der höchsten Holz-Hochhäuser in Deutschland entstanden. Das Vorhaben wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert; die Stiftung unterstützte Konzeption und Entwicklung des rund 64 Meter hohen Gebäudes mit knapp 490.000 Euro.
Nutzung, Bauherr und Tragwerkskonzept
Entstanden sind 128 Wohnungen, ergänzende Büroflächen sowie eine Ausstellung; zusätzlich wurde ein angeschlossener Wohnblock mit 53 geförderten Wohnungen in Holzbauweise realisiert. Bauherr ist Garbe Urban Real Estate, tragende Bauteile bestehen vollständig aus Holz und werden durch einen Stahlbetonkern für das Treppenhaus ergänzt, der insbesondere dem Brandschutz dient.
Hybridbauweise und Emissionsangaben
Als Argument für den Ansatz nennt der Projektkontext die CO2-Bilanz: Bei einer Hybridbauweise aus Holz und Stahlbeton sollen rund 31 Prozent der Emissionen eingespart werden, angegeben werden etwa 3520 Tonnen Kohlendioxid. Als Hintergrund wird der Emissionsanteil der Zementherstellung benannt; Holz wird im Projekt zudem in Verbindung mit nachhaltiger Forstwirtschaft eingeordnet.
Modularität und Bauzeiten
Das Vorhaben verweist auf modulare Planung und vorgefertigte Elemente, die kürzere Bauzeiten und eine präzisere Ausführung ermöglichen sollen. Jonas Böse, Junior-Projektleiter bei Garbe, berichtet im Zusammenhang mit Entwicklung und Bau von gewonnenen Erkenntnissen, die bei neuen Holzbauprojekten zu Bauzeitverkürzung und Vereinfachung beitragen könnten.
Flächenpotenziale durch geringeres Gewicht
Als weiterer Aspekt wird das geringere Gewicht von Holzkonstruktionen genannt, das zusätzliche Grundstückspotenziale eröffnen könne, etwa auf Böden mit eingeschränkter Tragfähigkeit. Der Beitrag stellt diesen Punkt in den Kontext verdichteter Städte und zusätzlicher Wohnraumschaffung.
Brandschutz, Schallschutz und Abstimmung mit Behörden
Zentrale Herausforderungen lagen laut Projektbeschreibung im Brand- und Schallschutz, verbunden mit Tests und Abstimmungen mit Behörden. Die DBU-Referentin Sabine Djahanschah verweist darauf, dass ein Hochhaus mit brennbarem Tragwerk bauordnungsrechtlich nicht zulässig sei und dadurch ein erhöhter Planungs- und Abstimmungsbedarf entstanden sei; die im Projekt entwickelten Lösungen sollen künftige Genehmigungsprozesse erleichtern und die Akzeptanz von Holzhochhäusern erhöhen.
Quelle: www.meistertipp.deBild: Public Domain, Flor!an, MissyWegner