Nachhaltigkeitsregulierung erschwert Kreditvergabe im Mittelstand

Nachhaltigkeitsregulierung erschwert Kreditvergabe im Mittelstand

Nachhaltigkeitsregulierung erschwert Kreditvergabe im Mittelstand

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Eine Umfrage des Genoverbands unter 277 Bankvorständen von Volks- und Raiffeisenbanken weist auf Hürden bei der Bereitstellung von Nachhaltigkeitsdaten hin. Knapp die Hälfte der Firmenkunden wird demnach von den Banken bei der Verfügbarkeit solcher Daten als überfordert eingeschätzt. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe sieht darin eine Entwicklung bestätigt, die im Baugewerbe seit Längerem beobachtet werde: Nachhaltigkeitsregulierung wirke zunehmend bremsend, auch bei der Kreditvergabe.

Kritik an daten- und formalgetriebener Regulierung

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, erklärt, die Transformation scheitere derzeit nicht am fehlenden Engagement der Unternehmen, sondern an einer stark daten- und formalgetriebenen Regulierung, die insbesondere mittelständische Betriebe überfordere. Wenn Anforderungen vor allem über immer neue Datenpunkte und Nachweise wirkten, würden Investitionen gebremst – bis hin zur Kreditvergabe; mittelständische Bauunternehmen gerieten dadurch unter Druck.

Praxisumsetzung im Baugewerbe und Forderung nach weniger Bürokratie

Pakleppa verweist darauf, dass der Baumittelstand kontinuierlich in Ressourceneffizienz, Materialeinsparung, Kreislaufansätze und regionale Wertschöpfung investiere. Es gehe nicht um weniger Nachhaltigkeit, sondern um weniger Bürokratie und mehr Markt.

ESG-Strukturen und Bewertungskriterien

Nach Darstellung des Verbands orientiere sich die Regulierung überwiegend an Konzernstrukturen. Mittelständische Bauunternehmen verfügten weder über eigene ESG-Abteilungen noch über Ressourcen für komplexe Berichtssysteme; ihr Beitrag zur nachhaltigen Transformation erfolge praktisch und messbar. Nachhaltigkeit solle daher stärker wirkungs- und outputorientiert bewertet werden, etwa anhand von Ressourcenschonung, regionalen Stoffkreisläufen oder der Substitution von Primärrohstoffen, statt über die formale Vollständigkeit von Datensätzen.

Rechtssicherheit und VSME-Standard

Der Verband fordert zudem mehr Rechtssicherheit, unter anderem bei der Anerkennung von Recyclingmaterialien als Produkte, um ESG- und Finanzierungsrisiken zu reduzieren, ohne zusätzliche Bürokratie zu erzeugen. Pakleppa verlangt, nachhaltige Investitionen zu erleichtern und Finanzierung als Hebel zu nutzen, mit klaren, verlässlichen Kriterien und Planungssicherheit für den Mittelstand. Banken und Bankenaufsicht könnten aus seiner Sicht zur Entlastung beitragen, indem sie sich dem VSME-Standard anschließen und auf weitere detaillierte Regulierung verzichten.