Infrastruktur kann zum Auftragsmotor für die Bauwirtschaft werden

Infrastruktur kann zum Auftragsmotor für die Bauwirtschaft werden Bild: stock.adobe.com

Infrastruktur kann zum Auftragsmotor für die Bauwirtschaft werden

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Eine leistungsfähige Infrastruktur ist für Unternehmen ein zentraler Faktor bei Investitionsentscheidungen. Laut der Studie Vom Wachstumshemmnis zum Wachstumstreiber des Handelsblatt Research Institute mit PwC Deutschland und Strategy& hat die Qualität von Straßen, Schienen, Energienetzen und digitaler Infrastruktur für 76 Prozent der befragten Entscheider starken Einfluss auf Investitionen.

Modernisierung mit Wachstumspotenzial

Gelingt die Modernisierung, erwartet fast die Hälfte der befragten Unternehmen steigende Investitionen in Deutschland. 36 Prozent rechnen zudem mit Produktivitätsgewinnen. Für die Bauwirtschaft könnte daraus über Jahre ein erheblicher Auftragsimpuls entstehen, wenn aus Finanzierungszusagen tatsächlich baureife Projekte werden.

Hoher Investitionsbedarf

Der Bedarf ist groß. Für Bundesfernstraßen werden in den kommenden zehn Jahren rund 60 Milliarden Euro veranschlagt. Bei der Schiene liegt der Bedarf bei bis zu 270 Milliarden Euro, bei der digitalen Infrastruktur bei mehr als 70 Milliarden Euro. Für den Umbau der Energieversorgung werden über 20 Jahre weitere 490 bis 650 Milliarden Euro genannt.

Sondervermögen reicht nicht aus

Dem steht das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz mit 500 Milliarden Euro über zwölf Jahre gegenüber. Da daraus viele verschiedene Bereiche finanziert werden sollen, kann es den gesamten Modernisierungsbedarf nicht decken. Entscheidend wird deshalb, verfügbare Mittel gezielt in wirtschaftlich sinnvolle und schnell umsetzbare Projekte zu lenken.

Baukapazitäten als Engpass

Für Bauunternehmen liegt im Investitionsprogramm nicht nur eine Chance, sondern auch ein Risiko. Werden zu viele Projekte gleichzeitig gestartet, können begrenzte Kapazitäten in Planung, Genehmigung und Bauausführung zum Nadelöhr werden. Statt zusätzlicher Bauleistung könnten dann vor allem Preise steigen.

Koordination und Genehmigungen im Fokus

Die Studienautoren halten einen bundesweiten Infrastruktur-Taktfahrplan für notwendig, um Projekte zeitlich und räumlich besser zu koordinieren. Gefordert werden außerdem schnellere Genehmigungen, moderne Vergabeverfahren, digitalisierte Planungsprozesse und leistungsfähigere Behörden.

Grundlage für langfristiges Wachstum

Die Infrastrukturmodernisierung kann mehr sein als ein kurzfristiges Konjunkturprogramm. Voraussetzung ist, dass Priorisierung, Finanzierung und Umsetzung wirksam ineinandergreifen. Für die Bauwirtschaft entstehen große Chancen, wenn Projekte planbar, koordiniert und mit ausreichenden Kapazitäten umgesetzt werden.

Quelle: www.meistertipp.de