KI im Handwerk: Kammer sieht Entlastung statt Ersatz

KI im Handwerk: Kammer sieht Entlastung statt Ersatz Bild: stock.adobe.com

KI im Handwerk: Kammer sieht Entlastung statt Ersatz

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Künstliche Intelligenz erstellt bereits Angebote, berechnet Materialbedarf und automatisiert Büroarbeiten. Die Handwerkskammer Reutlingen sieht dennoch keine Gefahr, dass Handwerker durch KI überflüssig werden. Das gilt für energetische Sanierungen ebenso wie für Heizungsmodernisierungen oder Dacharbeiten. Unterschiedliche Gebäudestrukturen, unerwartete Schäden und wechselnde Arbeitsbedingungen verlangen Entscheidungen, die sich nicht allein aus digitalen Daten ableiten lassen. Gerade bei Sanierungen im Gebäudebestand stoßen automatisierte Systeme an Grenzen.

KI kann keine Leitung abdichten

Laut Kammerpräsident Alexander Wälde kann KI vieles erleichtern und beschleunigen. Eine undichte Leitung abdichten, ein Dach sanieren oder eine Wärmepumpe fachgerecht einbauen könne sie aber nicht. Entscheidend seien neben technischem Wissen vor allem Erfahrung, Fingerspitzengefühl und die Fähigkeit, auf unvorhergesehene Situationen zu reagieren.

Im Büro bietet KI großes Potenzial

Bei organisatorischen Aufgaben kann KI Betriebe deutlich entlasten. Angebote lassen sich schneller vorbereiten, Materialbestellungen koordinieren, Termine organisieren und Dokumentationspflichten effizienter erledigen. Auch Kundenkommunikation und Lagerverwaltung können vereinfacht werden. So könnten Betriebe ihre Produktivität steigern und mehr Kapazität für wertschöpfende Arbeit gewinnen. Die Kammer unterstützt damit die Position des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), der KI vor allem als ergänzendes Werkzeug sieht. Wälde rät, KI weder zu überschätzen noch abzulehnen.

Das Handwerk bleibt für die Energiewende entscheidend

Elektroniker installieren intelligente Gebäudetechnik, Anlagenmechaniker integrieren moderne Heizsysteme und Dachdecker montieren Photovoltaikanlagen. Diese Arbeiten erfordern Fachkenntnis, handwerkliche Präzision und Entscheidungen vor Ort. Dem Handwerk kommt damit eine Schlüsselrolle bei der Energiewende und der Modernisierung des Gebäudebestands zu. Für die Nachwuchsgewinnung ist das nach Einschätzung der Kammer ein wichtiges Signal. Eine handwerkliche Ausbildung eröffnet langfristige Perspektiven bis zum Meisterbrief und zur Selbstständigkeit.

Mensch und Maschine arbeiten zusammen

Die Zukunft des Handwerks dürfte weniger vom Wettbewerb zwischen Mensch und Maschine geprägt sein als von deren Zusammenarbeit. Digitale Werkzeuge können administrative Belastungen verringern, während Fachkräfte die praktische Umsetzung übernehmen. KI werde vieles verändern, das Handwerk aber nicht überflüssig machen, so Wälde.

Quelle: www.meistertipp.de