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Holzbau fordert baurechtliche Gleichstellung
Beim 2. Internationalen Holzbau Symposium mit dem Gipfel Nachhaltiges Bauen und Wohnen stand der Holzbau als möglicher Schlüssel für klimafreundliches und bezahlbares Bauen im Mittelpunkt. Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Bauwirtschaft betonten, dass insbesondere der serielle Holzbau großes Potenzial für die Reduzierung von CO2-Emissionen und die Schaffung neuen Wohnraums bietet. Gleichzeitig kritisierten die Teilnehmer bestehende Bauordnungen und Richtlinien, die den Ausbau des Holzbaus aus ihrer Sicht bremsen.
Branche fordert fairen Wettbewerb
Vertreter von Holzbau Deutschland und dem Holzbau Deutschland Institut forderten eine baurechtliche Gleichstellung des Holzbaus mit konventionellen Bauweisen. Nach Einschätzung der Branche verhindern bestehende Regelungen häufig eine gleichberechtigte Behandlung klimafreundlicher Baustoffe. Gefordert werden wissenschaftlich begründete Vorgaben sowie mehr Planungssicherheit für Unternehmen und Investoren.
Wissenschaft sieht dringenden Handlungsbedarf
Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und des International Institute for Applied Systems Analysis verwiesen auf die hohe Belastung durch mineralische Baustoffe. Nach Angaben der Wissenschaftler verursacht der Bausektor einen erheblichen Anteil der weltweiten CO2-Emissionen und des Rohstoffverbrauchs. Gleichzeitig könne nachhaltige Forstwirtschaft in Verbindung mit dem Holzbau langfristig zur Speicherung von Kohlenstoff beitragen. Aus Sicht der Experten reicht reine Emissionsvermeidung nicht mehr aus, um die Klimaziele zu erreichen.
Bürokratie gilt als großes Hemmnis
In den Diskussionen wurde insbesondere die unterschiedliche Behandlung von Holz- und Massivbau kritisiert. Als Beispiel nannten die Teilnehmer die Musterholzbaurichtlinie für Gebäudeklasse 5. Während im Massivbau größere Brandabschnitte zulässig seien, gelten für den Holzbau strengere Begrenzungen. Auch Vorgaben zu natürlichen Holz-Emissionen werden von der Branche als Hemmnis für den Einsatz regionaler Hölzer bewertet.
Politik signalisiert Unterstützung
Vertreter aus Bundes- und Landespolitik kündigten an, Genehmigungs- und Planungsverfahren beschleunigen zu wollen. Dabei soll auch die bestehende Holzbauinitiative fortgeführt werden. Zudem wurde die Bedeutung eines aktiven Waldumbaus hervorgehoben, um langfristig ausreichend Rohstoffe für den Holzbau bereitzustellen. Gleichzeitig warnte die Branche vor zusätzlichen Belastungen durch europäische Regulierungen.
Appell für eine neue Baukultur
Zum Abschluss des Symposiums forderten die Veranstalter eine stärkere Innovationsförderung und eine sogenannte Ermöglichungskultur im Bauwesen. Der Holzbau verfüge bereits über Lösungen für serielles, bezahlbares und klimagerechtes Bauen. Entscheidend sei nun, bestehende Hürden abzubauen und moderne Bauweisen stärker zu fördern.