Firmeninsolvenzen: Höchster Stand seit 2005

Firmeninsolvenzen: Höchster Stand seit 2005 Bild: stock.adobe.com

Firmeninsolvenzen: Höchster Stand seit 2005

  • Politik
  • 3 Min

Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften ist in Deutschland im ersten Quartal auf 4.573 gestiegen. Nach Angaben des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle ist das der höchste Stand seit mehr als 20 Jahren. Zuletzt lagen die Werte im dritten Quartal 2005 höher. Damit übertrifft das aktuelle Niveau auch die Insolvenzentwicklung während der Finanzkrise 2009.

Baugewerbe und Handel besonders betroffen

Vor allem im März zog die Zahl der Insolvenzen deutlich an. Sie lag 71 Prozent über einem durchschnittlichen März der Jahre 2016 bis 2019 und erreichte unter anderem im Baugewerbe und im Handel Höchstwerte. Regional verzeichnete das Institut besonders hohe Werte in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Mehr kleinere Unternehmen in Schwierigkeiten

Trotz des starken Anstiegs waren im März weniger Beschäftigte betroffen als im Februar und im März des Vorjahres. Das deutet auf eine Häufung von Insolvenzen kleinerer Unternehmen hin. Kleinstunternehmen, die gesamtwirtschaftlich als weniger relevant gelten, werden im Insolvenztrend des IWH allerdings nicht erfasst.

Auch im kommenden Quartal keine Entspannung in Sicht

Für die kommenden Monate rechnet das Institut weiterhin mit hohen Insolvenzzahlen. Die Frühindikatoren lassen nach Einschätzung des IWH bislang keine Entspannung erkennen. Bereits für das vergangene Jahr hatte das Institut die höchste Zahl an Insolvenzen seit 2005 festgestellt.