
Blitzbefragung: Politische Unsicherheit bremst Sanierungsinvestitionen
Eine Blitzbefragung der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF e.V.) unter führenden Immobilienexperten mit einem Gebäudebestand von über 242 Milliarden Euro macht deutlich: Fast alle befragten Unternehmen planen in den kommenden drei Jahren Investitionen in energetische Sanierungen – von Einzelmaßnahmen bis hin zu Vollmodernisierungen. Mehr als drei Viertel sehen ihre Investitionsbereitschaft jedoch durch unsichere politische Rahmenbedingungen „stark“ oder „eher stark“ beeinträchtigt. Förderstopps, wechselnde Programme und unklare Vorgaben bremsen die Umsetzung und damit den dringend benötigten Aufschwung im Bauwesen.
Branche fordert Planungssicherheit
Die Befragung zeigt, dass gerade im Gebäudebestand der größte Hebel für Klimaschutz und Wertschöpfung liegt. Viele Projekte erfordern einen Planungsvorlauf von mindestens ein bis zwei Jahren, können aber aufgrund politischer Unsicherheit kurzfristig gestoppt oder verschoben werden. Fachleute aus Wissenschaft und Branche weisen darauf hin, dass verlässliche Standards, eine klare Definition von Anforderungen sowie transparente Förderbedingungen entscheidend sind, um Investitionen auszulösen. Ohne diese Rahmenbedingungen droht eine Verlangsamung der Sanierungsrate und damit eine Schwächung der Konjunktur.
Empfehlungen der DENEFF
Um Investitionen zu sichern und die Wärmewende voranzubringen, empfiehlt die DENEFF:
● Klare und langfristige Zielvorgaben für Bestandsgebäude
● Zügige Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD)
● Verlässliche Förderprogramme mit einfachen Verfahren
Energetische Sanierungen tragen bereits heute rund zweieinhalb Prozent zum deutschen Bruttoinlandsprodukt bei. Eine steigende Sanierungsrate könnte diesen Anteil erheblich erhöhen, regionale Wertschöpfung sichern und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Bleiben Investitionen aus, droht ein konjunktureller Rückschlag – noch bevor der Bauaufschwung richtig begonnen hat.