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BGL fordert verbindliche Planung für Stadtgrün
Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau hat zum Entwurf des Nationalen Wiederherstellungsplans Stellung genommen. Der Plan dient der Umsetzung von Artikel 8 der EU-Wiederherstellungsverordnung zur Wiederherstellung städtischer Ökosysteme. Aus Sicht des Verbands müssen Stadtbäume, Parks, öffentliche Grünflächen, Dach- und Fassadenbegrünung sowie Regenwassermanagement als Teil der Daseinsvorsorge verstanden werden.
Hitze belastet Städte zunehmend
Extreme Hitze mit Temperaturen dauerhaft über 30 Grad kostet in Deutschland nach Angaben des Verbands jedes Jahr Menschenleben. Durch den Klimawandel nehmen Häufigkeit und Dauer solcher Hitzeperioden zu. Der BGL verweist auf rund 10.000 zusätzliche Todesfälle im Sommer 2003 sowie auf rund 9.000 und rund 7.000 hitzebedingte Todesfälle in den Jahren 2018 und 2019. Auch aktuelle Zahlen des Robert-Koch-Instituts lassen demnach für 2026 erneut tausende Todesfälle infolge von Hitze befürchten.
Grün-blaue Infrastruktur kühlt Quartiere
Asphalt, Beton und versiegelte Plätze speichern Wärme und geben sie nachts wieder ab. Fehlen Bäume, offene Böden und zurückgehaltenes Regenwasser, heizen sich Quartiere besonders stark auf. Stadtbäume, Parks, entsiegelte Flächen, Dach- und Fassadengrün sowie wassersensible Freiräume können kühlen, Schatten spenden und Wasser für Trockenzeiten speichern. Der Verband sieht darin eine Voraussetzung, damit Städte auch künftig Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen bleiben.
Verband fordert Stadtumbau
BGL-Präsident Thomas Banzhaf fordert einen stärkeren Umbau der Städte mit mehr natürlichem Schatten, mehr Wasser und mehr Flächenentsiegelung. Der Garten- und Landschaftsbau verfüge über das Fachwissen und die Erfahrung für Planung, Bau und Pflege solcher Anlagen. Entscheidend seien nun politische Entschlossenheit und eine verlässliche, langfristige Förderung.
Qualität und Finanzierung im Fokus
Nach Auffassung des BGL reicht es nicht aus, Stadtgrün nur in Quadratmetern oder Baumkronen zu messen. Entscheidend sei, ob grün-blaue Infrastruktur dauerhaft funktioniert. Dafür brauche es klare Qualitätskriterien, fachgerechte Pflanzung und Ausführung, kontinuierliche Pflege, Wassermanagement und eine Finanzierung, die auch bei den Kommunen ankommt.