Bendlerblock wird erweitert: Zwei erste Preise

Bendlerblock wird erweitert: Zwei erste Preise

Bendlerblock wird erweitert: Zwei erste Preise

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Im Wettbewerb zur Weiterentwicklung des Berliner Dienstsitzes des Bundesministeriums der Verteidigung wurden zwei erste Preise vergeben: Sauerbruch Hutton mit ST raum a Landschaftsarchitekten und Henn mit SINAI Landschaftsarchitekten. Beide Beiträge erfüllten die komplexen qualitativen und quantitativen Anforderungen in eigenständiger Weise; das Preisgericht entschied am 9. Dezember 2025 einstimmig auf zwei 1. Preise, einen 3. Preis sowie eine Anerkennung.

Aufgabe und Kontext

Der bestehende Verwaltungskomplex Bendlerblock am Reichpietschufer und an der Hildebrandstraße in Berlin-Tiergarten soll städtebaulich weiterentwickelt und neu bebaut werden. Die Auslobung verlangte ressourcenschonendes, energieeffizientes und nachhaltiges Bauen sowie eine adäquate Adressbildung für die Außenwahrnehmung des Ministeriums.

Die beiden Siegerentwürfe

Sauerbruch Hutton mit ST raum a Landschaftsarchitekten ordnen die Anlage neu, positionieren den Paradeplatz mittig zur Staatsgästetreppe und zum Ehrenmal der Bundeswehr und entwickeln zwei konkave Flügel mit einheitlichen architektonischen und konstruktiven Elementen; ein prägendes Kreiselement strukturiert Grundriss und Innenhöfe. Henn mit SINAI denken den Bendlerblock als offenen, räumlich durchlässigen Campus weiter: Zwei U-förmige Baukörper fassen den Paradeplatz, gewährleisten gute Belichtung und Außenbezüge der Büros und ergänzen mit einem Kantinen-Pavillon eine Campuslandschaft aus Platz, Wald, Gartenhöfen und Ehrenmal.

Weitere Auszeichnungen

Der 3. Preis ging an Kleihues + Kleihues Architekten mit WES LandschaftsArchitektur (Berlin). Eine Anerkennung erhielt der Entwurf von Ingenhoven Associates (Düsseldorf) mit Grieger Harzer Dvorak Landschaftsarchitekten.

Verfahren und Jury

Das Verfahren war nichtoffen, interdisziplinär, einphasig und anonym, mit vorgeschaltetem Bewerberverfahren; zugelassen wurden sieben Bewerbergemeinschaften aus Architektur und Landschaftsarchitektur. Dem Preisgericht unter Vorsitz von Professor Dörte Gatermann gehörten Planungsfachleute sowie Vertreterinnen und Vertreter von BMVg, BMWSB, der Senatsverwaltung Berlin und des BBR an.

Nächste Schritte und Ausstellung

Um Sicherheitsanforderungen und Bestandsanbindung angemessen zu erfüllen, empfiehlt das Preisgericht, beide Preisträger mit Überarbeitungen zu beauftragen; die Ergebnisse werden im anschließenden Verhandlungsverfahren abschließend beurteilt mit dem Ziel, einen Preisträger zu beauftragen. Alle Wettbewerbsbeiträge werden vom 22. Januar bis 6. Februar 2026 im Ernst-Reuter-Haus (BBR, Berlin) gezeigt, geöffnet Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei.