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Bauwirtschaft gewinnt mehr Auszubildende
Die Ausbildung in der Bauwirtschaft entwickelt sich entgegen dem gesamtwirtschaftlichen Trend. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sank die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge 2025 branchenübergreifend um 2,8 Prozent, auch die Gesamtzahl der Auszubildenden ging leicht zurück. Im Bauhauptgewerbe stiegen die Zahlen dagegen deutlich. 13.977 neue Auszubildende im ersten Lehrjahr entsprechen einem Plus von 13,3 Prozent. Insgesamt absolvieren 40.043 junge Menschen eine Ausbildung in der Branche, das sind 5,3 Prozent mehr als im Vorjahr.
Klassische Bauberufe bleiben gefragt
Vor allem klassische Berufe wie Zimmerer, Tiefbaufacharbeiter und Maurer behaupten ihre Attraktivität. Die Branche profitiert von praxisnahen Ausbildungswegen, stabilen Beschäftigungsperspektiven und klaren Aufstiegsmöglichkeiten. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes wertet die Entwicklung als Zeichen dafür, dass sich die Bauwirtschaft im Wettbewerb um Nachwuchs behauptet und auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten als verlässlicher Arbeitgeber wahrgenommen wird.
E-Handwerke mit erster Abschwächung
Anders entwickelt sich die Lage in den E-Handwerken, die eng mit der Bauwirtschaft verbunden sind. Dort ging die Zahl der Auszubildenden 2025 erstmals seit 2014 leicht zurück. Mit 46.403 Auszubildenden lag das Minus bei 0,2 Prozent. Damit bleibt das Niveau zwar hoch, einzelne Fachrichtungen wie die Informations- und Automatisierungstechnik verlieren jedoch an Dynamik. Zuwächse gibt es dagegen im Bereich Gebäudesystemintegration. Auch der Frauenanteil steigt weiter.
Ausbildung wird zum strategischen Faktor
Für Bauwirtschaft und Ausbaugewerke verschärft sich damit der Wettbewerb um qualifizierten Nachwuchs. Der demografische Wandel erhöht den Druck zusätzlich. Ausbildung entwickelt sich deshalb immer stärker zu einer strategischen Frage der Fachkräftesicherung. Betriebe, die früh in Nachwuchs investieren, verbessern ihre Chancen im Wettbewerb um Personal und sichern zugleich ihre eigene Zukunftsfähigkeit.
Quelle: www.meistertipp.de