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Bauwirtschaft gewinnt Auszubildende, wirtschaftlicher Druck bleibt hoch
Die Bauwirtschaft behauptet sich beim Fachkräftenachwuchs gegen den allgemeinen Trend. Während die Zahl neuer Ausbildungsverträge in vielen Branchen zurückgeht, verzeichnet der Bau im laufenden Ausbildungsjahr ein Plus von rund 13 Prozent. Branchenübergreifend lag der Rückgang dagegen bei etwa 3 Prozent. Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe ist das ein wichtiger Faktor im Kampf gegen Personalengpässe und für die langfristige Sicherung von Kapazitäten.
Solidarisches Umlagesystem trägt die Ausbildung
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Berufsausbildungsumlage der Bauwirtschaft. Das System funktioniert seit 50 Jahren und wird über die Sozialkassen der Bauwirtschaft organisiert. Alle Betriebe zahlen Beiträge ein, ausbildende Unternehmen erhalten einen großen Teil ihrer Ausbildungskosten zurück. Im vergangenen Jahr flossen nach Angaben von Soka-Bau 486 Millionen Euro in Ausbildungsvergütungen und überbetriebliche Bildungszentren. Gerade kleinere Betriebe profitieren davon, weil sie nicht alle Ausbildungsinhalte allein abdecken können und finanziell entlastet werden.
Attraktive Bedingungen stärken den Nachwuchs
Zur vergleichsweise stabilen Entwicklung am Bau tragen auch die Rahmenbedingungen der Ausbildung bei. Die Branche bietet hohe Ausbildungsvergütungen und zusätzlich eine tariflich geregelte betriebliche Altersvorsorge bereits während der Lehrzeit. Damit positioniert sich der Bau im Wettbewerb um Nachwuchskräfte weiterhin vergleichsweise stark. Für die Betriebe bleibt Ausbildung damit eines der wichtigsten Instrumente, um den Fachkräftemangel nicht weiter anwachsen zu lassen.
Betriebe geraten wirtschaftlich unter Druck
Parallel zur positiven Entwicklung bei den Ausbildungszahlen wächst jedoch die Sorge um die wirtschaftliche Stabilität vieler Unternehmen. Bau- und Handwerksverbände verweisen auf steigende Kosten, zusätzliche Bürokratie und politische Belastungen, die die Spielräume der Betriebe zunehmend einengen. Gerade Familienunternehmen und mittelständische Firmen tragen Beschäftigung und Ausbildung oft unter schwierigen Marktbedingungen. Wenn diese Betriebe wirtschaftlich unter Druck geraten, wirkt sich das direkt auf Arbeitsplätze und Ausbildungsangebote aus.
Fachkräftesicherung braucht stabile Unternehmen
Für die Bauwirtschaft ergibt sich daraus ein klarer Zusammenhang: Mehr Auszubildende sind ein positives Signal, lösen den Fachkräftemangel aber nur dann nachhaltig, wenn die Betriebe wirtschaftlich handlungsfähig bleiben. Ausbildung, Beschäftigung und Investitionen hängen eng zusammen. Der Nachwuchs am Bau wächst nur dort dauerhaft, wo Unternehmen Planungssicherheit haben, Kosten beherrschbar bleiben und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Ausbildung weiter ermöglichen.
Quelle: www.meistertipp.de