Bauhaus-Universität Weimar für vertikale Klimakläranlage ausgezeichnet

Bauhaus-Universität Weimar für vertikale Klimakläranlage ausgezeichnet Bild: stock.adobe.com

Bauhaus-Universität Weimar für vertikale Klimakläranlage ausgezeichnet

  • Nachhaltigkeit
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In Berlin sind erstmals die Tilia Awards vergeben worden. Unter den 24 ausgezeichneten Projekten war auch die Bauhaus-Universität Weimar gemeinsam mit dem Institut für Angewandte Bauforschung Weimar. Prämiert wurde das interdisziplinäre Projekt GrayToGreen in der Kategorie Akademische Arbeiten und Forschung. Im Mittelpunkt steht die Verbindung von vertikaler Begrünung und Grauwasserreinigung.

Reallabor verbindet Begrünung, Wasser und Energie

Kern des Projekts ist das Reallabor VertiKKA. Dort entstand eine vertikale Klimakläranlage als modulare Grünfassade. Für die Bewässerung wird Grauwasser aus Küche und Bad genutzt, das über ein Reinigungssubstrat aufbereitet wird. Die Pflanzen wachsen an der Fassade und werden über ein Vlies versorgt. Ergänzt wird das System durch bewegliche Photovoltaik-Elemente, die Strom erzeugen und zugleich Schutz vor Hitze, Starkregen und Wind bieten. Verschattung und Verdunstung verbessern nach den vorliegenden Messungen sowohl die Gebäudehülle als auch das Stadtklima.

Weiterentwicklung mit Blick auf Materialkreisläufe

Derzeit befassen sich die Forschenden unter anderem mit Mikrokunststoffen im Wasser und mit der Weiterentwicklung des Reinigungssubstrats. Dabei kommen Sekundär- und Recyclingmaterialien zum Einsatz. Ergänzend wird eine umfassende Lebenszyklusanalyse erarbeitet. Beteiligt sind mehrere Professuren, darunter Bauphysik, Siedlungswasserwirtschaft und urbane Stoffstromnutzung, sowie das Institut für Angewandte Bauforschung Weimar.

Projekt wird in Thüringen und vom Bund gefördert

GrayToGreen wird durch den Freistaat Thüringen mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds Plus gefördert. Das Reallabor VertiKKA entstand im Projekt VertiKKA2, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Initiative RES:Z unterstützt wurde. Mit der Auszeichnung rückt ein Forschungsansatz in den Vordergrund, der technische Innovation mit ökologischen Prinzipien für den urbanen Raum verbindet.