Auftragsmangel belastet Malerbetriebe

Auftragsmangel belastet Malerbetriebe Bild: stock.adobe.com

Auftragsmangel belastet Malerbetriebe

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Das deutsche Maler- und Lackiererhandwerk steht vor wachsenden wirtschaftlichen Herausforderungen. Besonders kleine und inhabergeführte Betriebe spüren rückläufige Aufträge, höhere Betriebskosten und eine geringere Planungssicherheit. Laut einer aktuellen Konjunkturbefragung des Bundesverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz bewerteten im zweiten Halbjahr 2025 noch rund 41 Prozent der befragten Betriebe ihre Umsatzentwicklung positiv. Für 2026 erwarten dagegen nur noch etwa 30 Prozent eine gute Geschäftslage. Der durchschnittliche Auftragsvorlauf ist auf rund elf Wochen gesunken, nachdem er vor drei Jahren noch bei mehr als 14 Wochen lag. Kleinstbetriebe mit weniger als vier Beschäftigten verfügen teils nur noch über ein Auftragspolster von 9,4 Wochen.

Private Auftraggeber halten sich zurück

Als zentralen Belastungsfaktor nennen rund 74 Prozent der Unternehmen die schwache Nachfrage privater Kunden. Viele Verbraucher verschieben Renovierungen, Modernisierungen und Sanierungsmaßnahmen. Dadurch trifft die Zurückhaltung besonders jene Betriebe, deren wirtschaftliche Basis stark vom Privatkundengeschäft abhängt. Gleichzeitig wächst die Preissensibilität der Auftraggeber, was die Kalkulation für viele Malerbetriebe zusätzlich erschwert.

Kostensteigerungen verschärfen den Druck

Neben dem Auftragsrückgang belasten stark gestiegene Betriebskosten die Branche. Kraftstoffe verteuerten sich laut Umfrage zuletzt um rund 32 Prozent, auch Energie- und allgemeine Betriebskosten legten deutlich zu. Für viele Betriebe entsteht dadurch ein Spannungsfeld zwischen notwendigen Preisanpassungen und zunehmendem Wettbewerbsdruck. Vor allem kleinere Unternehmen geraten unter Druck, weil sie häufig nicht über langfristige Großprojekte oder öffentliche Aufträge verfügen.

Beschäftigung bleibt vorerst stabil

Trotz der angespannten Lage halten viele Maler- und Lackiererbetriebe derzeit an ihren Beschäftigten fest. Mehr als 60 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer stabilen Mitarbeiterzahl. Gleichzeitig erwartet bereits jeder sechste Betrieb einen Rückgang der Beschäftigtenzahlen. Die sinkende Planungssicherheit wirkt sich damit zunehmend auf Umsatz, Investitionen und Personalentscheidungen aus.

Sanierung bleibt wichtiges Geschäftsfeld

Ein stabiler Schwerpunkt bleibt die Arbeit im Bestand. Rund 86 Prozent der befragten Betriebe sind überwiegend in Sanierung und Modernisierung tätig. Innenraumarbeiten, Fassadenbeschichtungen und klassische Malerarbeiten sichern weiterhin einen Großteil der Umsätze. Energetische Sanierungen und Modernisierungen könnten für viele Unternehmen ein wichtiger Stabilitätsfaktor bleiben, sofern die Investitionsbereitschaft wieder zunimmt.

Quelle: www.meistertipp.de
  • Cordula Kiefer