Bild: stock.adobe.com
Allianz fordert sichere Finanzierung für Hitzeschutz
Hitze, Dürreperioden, Starkregen und Überschwemmungen belasten Städte und Gemeinden zunehmend. Sie mindern die Lebensqualität, gefährden die Gesundheit und können die wirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigen. Nach Angaben der Allianz Gemeinsam für eine wasserbewusste Stadtentwicklung könnten Produktivitätseinbußen durch Hitzestress bis 2050 weltweit wirtschaftliche Verluste von 7,1 Billionen US-Dollar verursachen.
Gesundheit und Produktivität betroffen
Extreme Hitze zählt nach Angaben der Allianz zu den größten Klimarisiken für die Gesundheit. Weltweit sterben jährlich rund eine halbe Million Menschen an extremer Hitze. Zugleich verweist das Netzwerk auf die Belastung von Beschäftigten und den Verlust an Arbeitsproduktivität als zentrale ökonomische Risiken. Hitzeschutz wird damit nicht nur zu einer sozialen, sondern auch zu einer wirtschaftlichen Aufgabe.
Grün-blaue Infrastruktur als Standortfaktor
Städte mit ausreichend Grün- und Wasserflächen, entsiegelten Bereichen und leistungsfähiger blau-grüner Infrastruktur bleiben bei zunehmender Hitze besser funktionsfähig. Solche Maßnahmen können Gesundheit schützen, Arbeitsfähigkeit sichern, Folgekosten senken und die Attraktivität für Unternehmen und Fachkräfte erhöhen. Investitionen in Hitzeschutz werden damit als Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland bewertet.
Kommunen brauchen verlässliche Mittel
Der klimaangepasste und wasserbewusste Umbau von Städten und Gemeinden erfordert langfristige Investitionen. Während wasserwirtschaftliche Anlagen über Gebühren finanziert werden, hängen Maßnahmen wie Anlage und Pflege von Stadtgrün häufig von der allgemeinen kommunalen Haushaltslage ab. Aus Sicht der Allianz reichen kurzfristige Förderprogramme und befristete Mittelbereitstellungen nicht aus.
Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe
Die Allianz fordert, Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe nach Artikel 91a im Grundgesetz zu verankern. Dadurch könnten Bund, Länder und Kommunen dauerhaft gemeinsam Verantwortung übernehmen und Maßnahmen rechtlich abgesichert, strategisch abgestimmt und langfristig finanziert umsetzen. Ziel ist es, Produktivität, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.
Netzwerk für wasserbewusste Stadtentwicklung
Die Allianz Gemeinsam für eine wasserbewusste Stadtentwicklung wurde von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall initiiert und koordiniert. Sie bringt Verbände und Institutionen unterschiedlicher Fachdisziplinen zusammen und setzt sich für eine bundesweite Umsetzung wasserbewusster Stadtentwicklung ein. Die Bundesarchitektenkammer ist Teil des Netzwerks.